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17-Jährige aus Hofgeismar gewinnt Holzhäuser Literaturpreis Heckethaler

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Von: Hanna Maiterth

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Die Gewinner des 20. Holzhäuser Heckethalers: (von links) Marika Christin Hack, Bernd Großmann, Jürgen Roth und Jan Schauenburg.
Die Gewinner des 20. Holzhäuser Heckethalers: (von links) Marika Christin Hack, Bernd Großmann, Jürgen Roth und Jan Schauenburg. © Hanna Maiterth

Zum 20. Mal wurde der Literaturpreis Heckethaler in Holzhausen verliehen. Unter den Preisträgern ist auch die 17-jährige Marika Christin Hack aus Hofgeismar.

Holzhausen – Wie ein junger Mensch überraschen kann, wenn er seine Stimme findet: Dass Jugendliche die Demokratie zu schätzen wissen, das wollte Marika Christin Hack in ihrer Geschichte zeigen. Die 17-Jährige aus Hofgeismar gehörte nicht nur zu den Teilnehmern des Literaturwettbewerbs Holzhäuser Heckethaler und las am Wochenende als Finalistin ihren Text vor den Zuschauern im Bürgerhaus Holzhausen vor.

Sie belegte in der Altersgruppe 14 bis 29 Jahre als hessische Nachwuchsautorin auch den ersten Platz und erhielt den Publikumspreis.

Zum 20. Mal fand der Wettbewerb statt, der von dem mittlerweile verstorbenen Schriftsteller-Ehepaar Dagmar und Burckhard Garbe initiiert wurde. Und auch in diesem Jahr unterstützten die Stadt Immenhausen und die Stadtsparkasse Grebenstein den nordhessischen Literaturpreis, bei dem neben den jungen hessischen Autoren auch jene ohne Altersgrenze und aus dem gesamten deutschsprachigen Raum ausgezeichnet wurden.

20. Verleihung des Holzhäuser Heckethalers: Frieden als Thema bei den Geschichten

Der gemischte Chor „daCapo“ aus Immenhausen sorgte für musikalische Begleitung. 183 Schreibende hatten sich an dem Wettbewerb unter dem Motto „MitMenschen“ beteiligt, nachdem er 2021 wegen Corona ausgefallen war.

„Wir kommen aus einer Zeit, in der wir nicht mit Menschen zusammen sein sollten“, sagte Ralf Patock, Vorsitzender der Stadtsparkasse Grebenstein. Mit dem Krieg in der Ukraine sei die Gesellschaft zudem nahtlos in eine Zeit geraten, in der Mitmenschlichkeit verloren gehe. „Aus meiner Sicht ist der Heckethaler ein Friedenspreis.“ Denn in jedem Text sei der Appell nach Frieden erkennbar: Jeder könne seinen Teil beitragen. Selbst in der unmenschlichsten Umgebung.

Zählen die Stimmen für den Publikumspreis aus: (von links) Georg Schulz, Manfred Zollke und Hartmut Lind.
Zählen die Stimmen für den Publikumspreis aus: (von links) Georg Schulz, Manfred Zollke und Hartmut Lind. © Hanna Maiterth

In der Altersgruppe bis 29 Jahren belegte Jan Schauenburg (24), ehemals Holzhäusener und inzwischen aus Kaufungen, den zweiten Platz. In der zweiten Kategorie wurde Jürgen Roth (58) aus Kandel (Rheinland-Pfalz) mit dem ersten Platz und dem Publikumspreis ausgezeichnet und der Hamburger Bernd Großmann (74) belegte den zweiten Platz.

20. Verleihung des Holzhäuser Heckethalers: „Nur die wenigsten trauen sich“ Geschichten zu schreiben

Während sich Hacks Protagonist, ein stiller schüchterner Schüler aus prekären Familienverhältnissen, in „Der Taucher“ für die Demokratie stark machte und damit selbst an Stärke gewann, drehte es sich in Schauenburgs Geschichte „Mensch mach die Fliege“ um die Fliege Franko. Die nistete sich nicht nur in den Kopf eines Jungen ein, sondern diktierte von dort Grausamkeiten.

Die Geschichte gipfelte in den dunkelsten Jahren der deutschen Geschichte des vergangenen Jahrhunderts. Um eben jene Zeit drehte sich auch Bernd Großmanns „Shalom“.

Er zeigte den Zuhörern mit seinen Worten, was Mitmenschlichkeit inmitten des Nazi-Regimes für eine jüdische Familie bedeuten kann, die nur durch Hilfe flüchten konnte. In Jürgen Roths Geschichte „Schmetterlinge im Bauch“ erlebte der Protagonist Rüdiger wiederum, dass sich ein schlechter Tag mithilfe einer freundlichen, gewitzten Mitarbeiterin im Kundenservice auch mal ganz schnell in einen guten verwandeln kann.

„Unzählige Menschen lesen Geschichten, aber nur die wenigsten trauen sich, selbst welche zu schreiben“, hob Immenhausens Bürgermeister Lars Obermann die Leistung der Heckethaler-Preisträger hervor. (Hanna Maiterth)

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