Museum wurde einst von Apothekerfamilie gegründet

30 Jahre Apothekenmuseum Hofgeismar: Blicke in die Rattenburg

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Wochenlanger Einsatz für die Jubiläumsschau: Das Museumsteam mit unter anderem (von links) Dieter Rüddenklau, Cecile Bauer, Thomas Emde und Susanne Bigge bereitete Plakate, Fotos, Schautafeln und Führungen vor. 

Zwei Tage lang feiert das Apothekenmuseum Hofgeismar sein 30-jähriges Bestehen. Für Besucher gibt es freien Eintritt.

Zwei Tage lang feiert das Apothekenmuseum Hofgeismar am kommenden Samstag und Sonntag sein 30-jähriges Bestehen – bei freiem Eintritt, mit Dauerführungen und der Sonderausstellung „Von der Rattenburg zum Apothekenmuseum“.

Auf Schautafeln wird die Geschichte des Steinernen Hauses, die Entstehung des Apothekenmuseums sowie das Wirken des Museumsgründers und die Apothekerfamilie Sander gezeigt. An beiden Tagen werden zudem professionelle Führungen auf allen Etagen angeboten.

Film von Führung vor 30 Jahren

Eine Rarität ist ein Film von einer Führung vor 30 Jahren mit Museumsgründer Harald Friedrich-Sander. Diese Premiere präsentiert Pharmazierat Günter Bergmann (ein Kollege Friedrich-Sanders).

Die Schauspielerin Sabine Wackernagel präsentiert am Sonntag den Monolog „Goethes dicke Hälfte - die Lebens- und Liebesgeschichte der Christiane Vulpius“.

Kaffee und Kuchen werden das Jubiläumsprogramm abrunden und alles umsonst und ohne Eintritt, wie Dieter Rüddenklau vom Heimat- und Verkehrsverein mitteilt. Spenden für die Museumsarbeit sind aber gern gesehen.

Museum war einst Armenwohnung

In mühevoller Arbeit hat das Museumsteam Fakten und Fotos für die Schautafeln zusammengetragen. Dass das Apothekenmuseum am 21. September 1989 überhaupt eröffnet werden konnte, grenzt an ein Wunder. 

Für das Steinerne Haus, den ältesten Profanbau Hofgeismars, lag nämlich schon die Abbruchgenehmigung vor, nachdem es zuletzt als Armenwohnung, Müllhalde und verwahrloste „Rattenburg“ diente. Fünf Jahre dauerten die umfangreichen Sanierungsarbeiten durch die Stadt Hofgeismar in dem total entkernten Gebäude. 

Maßgeblich für die Umsetzung war der selbstlose finanzielle und physische Einsatz des Apothekers Harald Friedrich-Sander. Er sorgte mit seinen Mitarbeitern und vielen ehrenamtlichen Helfern für den kompletten Neuaufbau der Inneneinrichtung.

Ausstellung seit 1989

Seit 1989 sind in dem Gebäude Apothekeneinrichtungen ausgestellt, die sich seit dem 18. Jahrhundert im Besitz der Familie Sander befanden. Im romanischen Gewölbekeller haben Laborgeräte ihren Platz gefunden. 

Im ersten Obergeschoss sind neben Waagen und Gewichten auch Schränke und Standgefäße der Hubertus-Apotheke von 1949 zu besichtigen, im zweiten Obergeschoss wurde ein Verkaufsraum der Brunnen-Apotheke von 1768 rekonstruiert, im dritten Obergeschoss ist die Originaleinrichtung der Sander‘schen Hirsch-Apotheke von 1801 wiederaufgebaut.

25-jähriges bestehen konnte nicht gefeiert werden

Nach dem Tod des Museumsgründers 2007 war das Museum nur noch auf Wunsch geöffnet. Nach vielen Fehlversuchen fand sich 2014 ein ehrenamtliches Team unter Führung des Heimat- und Verkehrsvereins zur Betreuung des Museums. Das 25-jährige Bestehen konnte damals nicht gefeiert werden, deshalb wird jetzt das 30-Jährige begangen.

Geöffnet: Mittwoch und Sonntag von 15 bis 18 Uhr, außerdem von November bis April kostenlose öffentliche Führungen an jedem zweiten Samstag im Monat um 15 Uhr. Kontakt: 05671/999222.

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