Wirtschaftsplan für beide Standorte vorgestellt

34 neue Stellen für die Kreiskliniken in Hofgeismar und Wolfhagen

Kreisklinik Hofgeismar
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Mit mehr Personal – in der Kreisklinik Hofgeismar (Foto) ebenso wie am Klinikstandort Wolfhagen – will der Landkreis die medizinische Versorgung im Landkreis Kassel verbessern.

Der Landkreis arbeitet weiter an den Folgen der Trennung der Kreiskliniken Hofgeismar und Wolfhagen aus der Gesundheit Nordhessen Holding und der Rückübernahme in eigene Regie.

Hofgeismar/Wolfhagen - Dazu gehört auch mehr Personal. 34 zusätzliche Stellen weist der Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Kreiskliniken für 2021 aus, den Landrat Uwe Schmidt vergangene Woche im Kreistag vorstellte.

Schmidt betonte in seinem Redemanuskript, dass man dem Plan anmerke, dass der Kreis die Kliniken erst seit einem halben Jahr wieder selbst betreibe. Unsere Redaktion hakte nach, was es damit auf sich hat. Man habe die Erlöse eher vorsichtig kalkuliert und bei den Ausgaben alles Absehbare einkalkuliert, um keine Überraschungen zu erleben. Er betont, der Eigenbetrieb des Kreises verstehe sich als ein Betrieb mit zwei Standorten, künftige Kooperationen seien auch auf zwei Standorte bezogen. Aus Sicht der gesundheitlichen Versorgung des Kreises seien beide wichtig, man werde für beide eine zukunftssichere Lösung finden.

Der Plan sieht eine Erhöhung der Stellenzahl von 299,84 auf 333,90 vor. Unter anderem sind Aufstockungen bei den Assistenzärzten an beiden Standorten vorgesehen. In Chirurgie und Innerer Medizin wird zur Verbesserung der Dienstbesetzung und weil nur noch maximal vier Bereitschaftsdienste im Monat geleistet werden dürfen jeweils die Zahl der Assistenzärzte erhöht. Für den weiteren Ausbau der Viszeralchirurgie wurden zusätzlich ein Oberarzt und zwei Assistenzärzte eingeplant. In Wolfhagen wurde die Anästhesie auf die Ist-Besetzung reduziert, wogegen in Hofgeismar die angestrebte Kooperation mit dem Evangelischen Krankenhaus Gesundbrunnen eine Erhöhung des Stellenplans gegen Kostenerstattung nötig macht. Im Labor wird ein transfusionsverantwortlicher Arzt für beide Standorte benötigt.

Die Personalkosten steigen um zwei Prozent, die Bereitschaftsdienstkosten tarifbedingt um zehn Prozent. Die Personalkosten für die nachfolgenden Dienstgruppen steigen um 1,4 Prozent, mindestens aber 50 Euro. 5,5 zusätzliche Stellen gibt es im Pflegedienst. Aus abrechnungstechnischen Gründen werden in der Notaufnahme Hofgeismar 6,43 Vollkräfte vom Funktions- in den Pflegedienst verlagert. Die Personalkosten werden durch die Kostenträger zum größten Teil refinanziert. Wegen der Kooperation mit den Kliniken Kassel waren zum Teil nicht alle Stellen besetzt und werden nun angepasst. Besonders in den Schreibdiensten und Ambulanzen wurden Stellen aufgestockt, da sie durch das Schreiben der Arztbriefe und der Rechnungsstellung für die ambulanten und stationären Erlöse eine erhebliche Rolle spielen.

Die Bereiche Finanzen, Personal und Betriebsleitung wurden im Verhältnis 60/40 auf Hofgeismar und Wolfhagen aufgeteilt. Weil die Praxis zeigte, dass täglich an jedem Standort ein EDV-Experte nötig ist, um technische Probleme zu beheben, sind zwei Mitarbeiter für den IT-Bereich vorgesehen. Weil die Gesundheit Nordhessen bis vorigen Sommer den Technischen Dienst erbracht, wurde zum Übergang eine weitere Vollkraft eingestellt, sodass an beiden Standorten aktuell jeweils zwei Techniker tätig sind. Geld für den Brandschutz in Wolfhagen ist noch nicht eingeplant, weil man vor Bauarbeiten erst die medizinische Konzepteentwicklung abwarten will. Die sind auch wichtig für weitere Verhandlungen über den Klinikneubau in Hofgeismar. Die Agaplesion Gruppe und das Evangelische Krankenhaus am Gesundbrunnen hätten sich auf eine Zusammenarbeit geeinigt, jetzt gehe es um Gespräche mit dem Landkreis. Die könnten aber noch einige Monate dauern, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn. Über den Plan entscheidet der Kreistag vermutlich am 10. Februar. (Thomas Thiele)

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