Andere Regionen erhalten Krankenkassen-Förderung

Ärztemangel: Keine Finanzspritze für Kreisteil Hofgeismar

Hofgeismar. Ärzte, die sich auf dem Land niederlassen, können seit Anfang des Jahres von einer größeren Finanzspritze der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen und der Krankenkassen profitieren als zuvor.

Allgemein-Mediziner in bestimmten Gebieten erhalten 60.000 Euro Fördergeld (vorher 50.000 Euro), das sie zum Beispiel für das Einrichten ihrer Praxis verwenden können.

Für Kommunen in der Nordspitze gilt das allerdings nicht. Denn die Region ist in Bereiche eingeteilt, aus denen je nach bereits vorhandener ärztlicher Versorgung errechnet wird, ob Mediziner Anspruch auf die sogenannte Ansiedlungsförderung haben. Der komplette Kreisteil Hofgeismar ist ein zusammengefasster Bereich, in dem keine Förderung möglich ist.

Bürgermeister, die in Zukunft mit Problemen bei der medizinischen Versorgung in ihren Kommunen rechnen, kritisieren das. „Dieses System ist Schwachsinn“, sagt Immenhausens Rathauschef Jörg Schützeberg. Er meint damit auch, dass es Bereiche im Landkreis Kassel gibt, die gefühlt wenig oder gar keine Probleme mit der ärztlichen Versorgung haben, aber trotzdem eine Förderung erhalten können.

„Die Förderplanungen gehen da oft an der Realität vorbei“, bestätigt Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel. „Besser wäre eine flexiblere Handhabung, bei der der Landkreis in Kooperation mit der KV ermittelt, wo eine Förderung sinnvoll und angebracht ist.“

Calden hat laut Bürgermeister Maik Mackewitz bisher kein Problem mit Ärztemangel, was sich aber schon bald ändern könnte. „Weil Ende 2018 ein Arzt in Ruhestand geht, kommt das Thema auf uns zu. Es wäre deshalb angebracht, Motivation für junge Ärzte zu schaffen und sie so nach Calden zu holen.“

Dass Mediziner in der Nordspitze keinen Anspruch auf Ansiedlungsförderung haben, verstehe er nicht. 

Rubriklistenbild: © dpa

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