Afrikanische Lebensfreude bei Projektwoche in Hofgeismar

Vortänzer: Jonas Byaruhanga (vorne rechts) aus Uganda übt mit Schülern der Käthe-Kollwitz-Schule einen Tanz ein, der am Donnerstag vor Eltern und Besuchern aufgeführt wird. Fotos: Peukert

Hofgeismar. An der Käthe-Kollwitz-Schule in Hofgeismar vermitteln vier Männer aus Uganda den Schülern während einer Projektwoche ostafrikanische Sitten, Tänze und die afrikanische Küche.

Ostafrikanische Tänze, Trommelworkshops und afrikanische Pfannkuchen - das steht diese Woche auf dem Stundenplan von 80 Schülern der Käthe-Kollwitz-Schule. Vier Männer aus Uganda sind diese Woche in Hofgeismar zu Gast, um den Kindern während einer Projektwoche die ugandische Kultur näher zu bringen. Der interkulturelle Austausch steht dabei im Mittelpunkt.

Die Männer sind mit dem Verein Ewaka Deutsche Kinder- und Jugendförderung für Uganda derzeit in Deutschland unterwegs (siehe Hintergrund).

Aufgeteilt in fünf Gruppen haben die Schüler neben Tanz- und Trommelworkshops auch einen Bastelkurs. Dort werden die Kostüme für den großen Auftritt am Donnerstag vorbereitet. Ab 14 Uhr stehen die Kinder auf der Bühne und zeigen ihre einstudierten Tänze.

Afrikanische Pfannkuchen 

Die Schüler sollen auch die afrikanische Küche kennenlernen. So werden in der Kochgruppe unter der Leitung von von Walter Ruva Chapati zubereitet. „Das ist so eine Art afrikanischer Pfannkuchen aus Mehl, Öl, Wasser, Salz und Zwiebeln“, erklärt Petra Birnkraut. Sie ist eine der Projektwochen-Organisatoren und arbeitet als Erzieherin an der Käthe-Kollwitz-Schule.

Initiatorin des Vereins Ewaka ist Eva Döhr. Die 20-Jährige hat selbst eineinhalb Jahre in Afrika gelebt. Sie hat in Tansania und Uganda über den Verein ASC Göttingen einen Freiwilligendienst im Sport absolviert. Döhr hat in Afrika Straßenkinder betreut und ein Fußballteam für Mädchen gegründet.

Noch in Uganda hatte sie die Idee für das Projekt Ewaka. „Ich wollte nicht nur stupide Spendengelder sammeln. Mir ist der interkulturelle Austausch wichtig“, sagt Döhr. Um die Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule auch über die Lebensverhältnisse in Uganda aufzuklären, gibt Eva Döhr Kurse in Landeskunde. Je nach Altersstufe werden von ihr auch aktuelle politische Themen behandelt, wie beispielsweise Beschneidung und das Homosexuellengesetz.

Hilfe aus Kollegium 

Fünf Lehrer waren seit Anfang des Jahres mit der Organisation der Projektwoche beschäftigt. „Ohne die Hilfe aus dem Kollegium und der Schulleitung wäre das Projekt nicht möglich gewesen“, so Birnkraut. Den Kindern ist die Freude an der Projektwoche anzusehen. Besonders beim Tanzen und Trommeln haben sie Spaß. „Mir gefällt, dass das Projekt Ewaka die Schüler wirklich erreicht. Sie reden auch noch Wochen später von ihren Erlebnissen und setzten sich damit auseinander“, so Döhr.

Bei der Abschlussshow am Donnerstag, 11. Juni, um 14 Uhr sind Interessierte willkommen. Der Eintritt kostet für Erwachsene einen Euro, Kinder sind frei. Um Spenden wird gebeten.

Hintergrund: Ewaka unterstützt Straßenkinder

Der Verein Ewaka wurde Anfang diesen Jahres gegründet. Ewaka bedeutet übersetzt Zuhause. Der Verein macht es sich zur Aufgabe, Kinder aus verarmten Bezirken und Slums in einem Kinderheim aufzunehmen. Derzeit werden dort 30 Straßenkinder und Waisen zwischen drei und 18 Jahren betreut.

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts ist der interkulturelle Austausch. Dafür reisen professionell ausgebildete Tänzer aus Uganda nach Deutschland, um an Schulen ihre künstlerischen Erfahrungen und ihr Wissen mit jungen Menschen zu teilen.

Nach Hofgeismar folgen unter anderem Projektwochen in Kassel, Zierenberg und Berlin. Im Winter sind weitere Kurse an Schulen geplant.

Mehr Informationen gibt es unter www.ewakafoundation.com

(Sindy Peukert)

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