"Woche der Wiederbelebung" 

Aktionswoche zur Wiederbelebung: Im Notfall zählt jede Minute

+
Im Schockraum der Kreisklinik Hofgeismar erklärt Dr. Andreas Taenzer (links), Oberarzt in der Hofgeismarer Intensivmedizin, zusammen mit Pflegerin Sandra Frosch-Aßhauer und Patrick Abt vom Roten Kreuz, wie Patienten bei einem Herzstillstand behandelt werden.

Ersthelfern Ängste und Zweifel beim Thema Wiederbelebung nehmen war das Ziel der Woche der Wiederbelebung. Dabei ging es zuerst darum, worauf es als Ersthelfer eigentlich ankommt und welche Schritte unternommen werden müssen.

Bei verschiedenen Aktionen machten Kreisklinik, DRK, Feuerwehren und DLRG auf das Thema aufmerksam. 

So baute beispielsweise die Feuerwehr Wahlsburg unter Leitung von Feuerwehrarzt Dr. Michael Don vor dem örtlichen Nettomarkt einen Informationsstand auf. In Kooperation mit dem Klinik- und Reha-Zentrum Lippoldsberg konnten Interessierte unter Anleitung die Herzdruckmassage üben und die lebensrettenden automatischen Defibrillatoren (AED-Geräte) einsetzen. Selbst die jüngsten Besucher, bei denen es mehr um das Absetzen eines Notrufes ging, versuchten sich in der Herzdruckmassage. „Ein wichtiger Schritt, auch Kinder bereits frühzeitig zum Helfen in Notlagen zu animieren“, betont Peter Stahl, Oberarzt in der Kreisklinik und verantwortlich für die Organisation der Aktionswoche. „Wenn wir nur einem Besucher mit unserem Stand etwas zeigen konnten, was ihm oder letztlich einem Mitmenschen in einer Notsituation hilft, dann waren wir schon erfolgreich“, ist das Fazit Stahls.

Außerdem gab es Informationstafeln, die die Notarztversorgung im nördlichen Teil des Landkreises darstellten und zeigten, dass die Freiwillige Feuerwehr Lippoldsberg, gemeinsam mit dem Feuerwehrnotarzt Dr. Michael Don, dieses System aktiv unterstützt und damit die Verfügbarkeit eines Notarztes auch im Raum Oberweser und Wahlsburg aktiv stärkt.

Auch die Trainer der DLRG Hofgeismar waren zufrieden. Im Bad am Park nutzten viele das Angebot der Rettungsschwimmer und informierten sich über die Leistungsfähigkeit der Ehrenamtlichen.

Infotag in der Kreisklinik

Die Kreisklinik Hofgeismar veranstaltete einen Informationstag. Hier konnten Besucher einen Blick hinter die Kulissen werfen. Ärzte, Pfleger und Rettungsfachkräfte erklärten den Ablauf einer Behandlung, von der Abholung durch den Rettungswagen bis zur Intensivstation. Im Schockraum demonstrierten sie was passiert, wenn ein Patient mit Herzstillstand eingeliefert wird. Dazu gehört neben dem Fortführen der Herzdruckmassage auch der Einsatz eines Defibrilators bei Kammerflimmern und die Verabreichung von Medikamenten.

„Wir freuen uns, dass in diesem Jahr viele Kinder, Jugendliche und Senioren dabei waren. Nächstes Jahr versuchen wir auch verstärkt Berufstätige anzusprechen“, resümiert Stahl und formuliert gleichzeitig noch eine Bitte an die Politik: „Das Thema muss besonders bei Jugendlichen weiter gefördert werden.“ Hier solle auch der Staat unterstützen und dafür sorgen, dass in den Schulen regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse Kurse angeboten werden: „Das Thema Erste Hilfe muss so selbstverständlich werden wie das Radfahren.“ 

Was müssen Ersthelfer im Notfall machen?

Wir haben Peter Stahl, den Organisator der Aktionswoche im Kreisteil, gefragt, was im Ernstfall zu tun ist und was es für Ersthelfer zu beachten gibt. 

Wie erkenne ich, ob eine Person wiederbelebt werden muss? 

Ersthelfer sollten prüfen, ob die betroffene Person ansprechbar ist und atmet. Dazu gehört auch, dass man sie kräftig an den Schultern rüttelt. Wenn keine Reaktion kommt, muss umgehend gehandelt werden. 

Was muss ich im Notfall tun? 

Es ist wichtig, sofort Hilfe zu rufen. Zuerst sollte man Menschen in der direkten Umgebung gezielt ansprechen, danach sofort die 112 wählen. In der Zeit bis der Rettungsdienst eintrifft, ist es, wichtig auf das Brustbein der bewusstlosen Person zu drücken. Sechs bis sieben cm tief, 100 bis 120 mal pro Minute. Das ist die einfachste Variante. Wer ein anderes Vorgehen in einem aktuellen Erste-Hilfe-Kurs gelernt hat, soll das ruhig anwenden und beispielsweise auch beatmen. Wichtig ist, dass man auf jedem Fall handelt. 

Warum ist es wichtig schnell zu reagieren? 

Sobald die Versorgung mit Sauerstoff endet, beginnt der Körper mit Abbauprozessen. Zuerst ist das Gehirn davon betroffen. Bereits nach wenigen Minuten entstehen hier irreparable Schäden. Statistisch gesehen sinken die Überlebenschancen eines Patienten jede Minute um zehn Prozent.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.