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Aliens und Pyramiden: Autor Erich von Däniken las in der Hofgeismarer Stadthalle

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Von: Sascha Hoffmann

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Wilder Fantast im Indizienrausch: Erich von Däniken hat in Hofgeismar vielleicht nicht jeden überzeugt, doch aber hervorragend unterhalten.
Wilder Fantast im Indizienrausch: Erich von Däniken hat in Hofgeismar vielleicht nicht jeden überzeugt, doch aber hervorragend unterhalten. © Sascha Hoffmann

Autor Erich von Däniken las in der Stadthalle in Hofgeismar und sprach unter anderem über wilde Theorien zu Außerirdischen – ein Besucher forderte Fakten.

Hofgeismar – Die Stimmung ist ein wenig, sagen wir mal, besonders am Montagabend in der Hofgeismarer Stadthalle. Die Deckenleuchter im großen Saal bis ans Maximum gedimmt, suchen sich Besucher im schummrigen Licht ihre Plätze. Gar nicht mal wenige, um die 200, sind gekommen zum Vortrag von Erich von Däniken.

Der Schweizer Bestsellerautor hat über Jahrzehnte zur vermeintlichen Präsenz außerirdischer Intelligenz auf der Erde während der Vorgeschichte und des Altertums geforscht und fasziniert seither mit seinen Live-Auftritten und bislang knapp 40 Büchern ein Millionenpublikum. Von Däniken gibt sich als wilder Fantast im Indizienrausch. Ein bisschen Indiana Jones, eine gute Portion Steven Spielberg und jede Menge Alienenergie, die kein Roland Emmerich zielgenauer auf die Leinwand bringen könnte.

Einen Großteil seines Lebens hat er seiner Forschung verschrieben, weil „wir in einer Welt des religiösen und leider oft auch wissenschaftlichen Humbugs leben“. Die Menschheit werde dazu angehalten, an einen eifersüchtigen Gott des Alten Testaments zu glauben, der nie ein Gott war. An Engel, die genauso wenig welche waren, ebenso wie an „himmlische Fahrzeuge“, die nie existierten. „Es ging vor Jahrtausenden um nichts ,Himmlisches‘, sondern um Raumschiffe und Außerirdische.

Erich von Däniken stellt Pyramiden-Thorien auf den Kopf

Ob man seinen Theorien nun glauben mag oder nicht, packend und unterhaltend ist es allemal, wenn der 87-Jährige sein Publikum mitnimmt zu fein gearbeiteten Sarkophagen oder unterirdischen Pyramidengängen. Das Plateau von Gizeh mit den drei Hauptpyramiden von Cheops, Chefren und Mykerinos etwa. Waren diese Pharaonen wirklich die Erbauer? Erich von Däniken hat seinen ganz eigenen Blick auf alte ägyptische Überlieferungen.

Zuschauer betreten die beeindruckenden Bauwerke, klettern via eingespielter Fotos und Videos mit ihm hinunter in die unvollendete Grabkammer, steigen in die große Galerie, in die Königinnen- und Königskammer und erleben in gestochen scharfen Bildern technische Wunderwerke, die es zu Cheops Zeiten nicht gegeben haben darf. Bisherige Pyramiden-Theorien werden völlig auf den Kopf gestellt, wortreich und mit einer derartigen Vehemenz vorgetragen, dass Zweifel kaum mehr bleiben. Und doch gibt es sie.

„Herr von Däniken“, unterbricht ein Besucher relativ früh den Vortrag. „Haben Sie auch Antworten oder nur Behauptungen?“ Dem jungen Mann reichen van Dänikens Theorien nicht aus, er fordert Fakten, die der Meister selbst längst zu geben glaubt. Genau das ist das Dilemma des Abends. Wer sich vorab nicht mit der Arbeit von Dänikens auseinandergesetzt hat und nur in der Hoffnung auf einen netten Ausflug in die Welt der Außerirdischen gekommen ist, hat es schwer, dem Indizienfeuerwerk zu folgen. Und doch fällt es den meisten leicht, denn sie sind treue Anhänger des Schweizers. „Ich sehe viele Wiederholungstäter, das ist ein Zeichen für Intelligenz“, sagt er am Anfang. Werden alle anderen am Ende dieses Abends voller Fragezeichen also dumm sterben müssen? Wohl kaum. (Sascha Hoffmann)

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