„Ich werde heute fünf Jahre alt“

Alina Jungmann aus Hofgeismar ist ein Schaltjahr-Geburtstagskind

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Feiert heute groß mit der Familie: Alina Jungmann hat beim Interview in der HNA-Redaktion Hofgeismar schon einen kleinen Vorgeschmack auf ihren 20. Geburtstag bekommen. 

Geschätzt 55.000 Menschen in Deutschland sind an einem 29. Februar geboren worden. Zu dieser erlesenen Zahl gehört auch Alina Jungmann aus Hofgeismar.

„Als Kind fand ich die Tatsache, dass ich nur alle vier Jahre wirklich Geburtstag habe, einfach furchtbar“, sagt sie und fügt hinzu: „Man will da wie jedes andere Kind sein und möchte sich nicht außen vor gelassen fühlen.“

Oft wurde sie von Mitschülern, hauptsächlich in der Grundschulzeit, zum Spaß aufgezogen. „Da fielen Sätze wie ,Du hast keinen Geburtstag, du kannst gar nicht feiern’“, erinnert sie sich. Das habe sie ernster genommen, als es oft gedacht war. Natürlich feiert sie auch – in einem normalen Jahr ganz strikt am 1. März. Das passt, denn es ist in Deutschland gesetzlich festgelegt, dass am Schalttag Geborene am 1. März offiziell ein Jahr älter werden.

"So kann ich meine Kindheit noch mal erleben"

Heute, am Schalttag, wird die Hofgeismarerin 20 Jahre alt. Oder wie sie sagt: „Ich werde Fünf.“ Denn streng genommen ist es erst ihr fünfter Geburtstag, den sie feiert. Und genau das hat sie auch vor. „Es wird Luftballons in Form von Fünfen geben. Vielleicht spielen wir auch Topfschlagen. So kann ich meine Kindheit noch mal erleben“, erzählt sie von ihren Geburtstagsplänen.

Da ihr Ehrentag nur alle vier Jahre ist, wird dieser entsprechend zelebriert. Die Verwandtschaft reist aus Städten wie Hamburg oder Osnabrück an. „Es geben sich alle sehr viel Mühe, dass sie an diesem Tag dabei sind. Schließlich werde ich nur einmal fünf Jahre“, sagt Jungmann. Mit Familienmitgliedern, die bei ihrem letzten großen Geburtstag nicht anwesend waren, wurde geskypt – vielleicht heute auch wieder.

Besonderes Geburtsdatum ist ein Eisbrecher

Im Laufe der Jahre hat sich Alina Jungmanns Meinung über ihr besonderes Geburtsdatum geändert. Am 29. Februar feiern zu können, ist laut Jungmann etwas Besonderes, „quasi ein Alleinstellungsmerkmal“. Sie selber hat bisher nur eine Frau kennengelernt, die auch am Schalttag geboren wurde. „Das war eine Frau, die Patientin im Hofgeismarer Klinikum war“, erzählt die junge Frau, die in dem Krankenhaus ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert.

Grundsätzlich sei ihr Geburtsdatum „ein Eisbrecher“ wie sie selbst sagt. Überall da, wo sie ihren Personalausweis vorzeigen muss, werde sie auf den 29. Februar angesprochen und es würden interessiert Fragen gestellt. „Man sticht schon damit heraus, sogar bei Bewerbungen“, sagt die Hofgeismarerin.

Richtiger Zeitpunkt zum Gratulieren

Eine Frage stellt sich besonders dann, wenn Alina Jungmann in einem normalen Jahr Geburtstag hat: Wann gratuliert man ihr? „Das handhaben meine Freunde total unterschiedlich. Die einen am 28. Februar, die anderen am 1. März“, erklärt sie. Bei Facebook wird ihr Geburtstag ihren Freunden an beiden Tagen angezeigt. Es ist also eine Überraschung, wann welche Gratulationen bei ihr eintreffen. Heute muss sie sich darüber allerdings keine Gedanken machen, denn dieses Mal gibt es für Glückwünsche nur den 29. Februar.

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