Schon als Kind im Geschäft gespielt

Alina Lang holt Apotheke in ihre Familie zurück

Auf Umwegen zurück: Die Apothekerin Alina Lang (hier mit einem Arzneimittelverzeichnis) vor der Brunnenapotheke in Hofgeismar, die sie schon als Kind kannte. Foto: Thiele

Hofgeismar. Es gehört heute schon Mut dazu, in einer Kleinstadt einen Betrieb zu eröffnen, noch dazu in der von Konzentrationen geprägten Medizin- oder Pharmabranche. „Das habe ich vorher auch nicht gedacht, dass ich das mal mache“, sagt Alina Lang, geb. Schmidt (33), die die Brunnenapotheke in Hofgeismar gekauft und wieder in ihre Familie zurückgeholt hat.

Als neue Besitzerin leitet die Apothekerin ab dem 1. Januar den Betrieb, den ihr Stiefvater Jürgen Schmidt in ihrem Geburtsjahr 1984 gründete. Die Apotheke hat sie ihre ganze Jugend hindurch begleitet. Als Kind saß sie dort in der Spielecke, als Grundschülerin kam sie nach der Schule dorthin, weil ihre Mutter dort arbeitete.

Sie verfolgte die Arbeiten und den Alltag im Geschäft mit und als ihr Berufsweg nach dem Abitur noch nicht klar war, absolvierte Alina Lang zunächst eine Ausbildung zur Pharmazeutisch Technischen Assistentin (PTA) mit Auszeichnung. Dass sie einmal Apothekerin wird, war da immer noch nicht in Sicht.

JürgenSchmidt

Sie wollte gerne im medizinischen Bereich arbeiten, obwohl sie „weder Blut noch Nadeln gerne sieht“, und sie wollte anderen Menschen helfen. Im November 2003 starb ihr Stiefvater und die Brunnenapotheke wurde von ihrer Mutter Christiane Schmidt vorübergehend verwaltet, weil die studierte Biologin keine Apothekerin war.

Den Betrieb übernahm Dr. Susanne Morlang, die auch die Brückenapotheke Gieselwerder, die Mohrenapotheke Hofgeismar und die Greif-Apotheke Bodenfelde betreibt. Zum Jahresende wollte Dr. Morlang etwas Verantwortung abgeben und bot die Brunnen-Apotheke an. Alina Lang hatte inzwischen Pharmazie studiert und die verheiratete junge Apothekerin mit dreijähriger Tochter und fünf Monate altem Sohn wollte sich eigentlich erstmal um ihre Familie kümmern.

Beim Angebot, die Apotheke zurückzukaufen, überlegte sie lange, stimmte dann aber schnell zu: „Das geht nur, weil ich eine tolle Unterstützung durch meine Familie habe.“ Die neue Chefin von sieben pharmazeutischen und drei kaufmännischen Mitarbeitern sowie sechs Botenfahrern glaubt an den Standort in Hofgeismar, weil es viele Stammkunden gibt, die kurze Wege und sofortige Verfügbarkeit schätzen: „Die Menschen kommen auch gern um sich mal hinzusetzen und zu reden. Wir sind ein sozialer Kontakt für sie.“ Die Konkurrenz durch Versandhandel existiere zwar, doch in der ländlichen Gegend sei der Zugang zum Internet schwierig und vor allem ältere, kranke oder nicht mobile Menschen ließen sich die Medikamente von der vertrauten Apotheke gerne an die Haustür liefern.

Die 33-Jährige wollte sich ohnehin selbstständig machen und ist überzeugt, dass ihr Schritt richtig ist.

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