Altenpflege: Zu wenig freiwillige Helfer

Hofgeismar. Der Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) ist bei Jugendlichen im Landkreis Kassel beliebt. Doch nur wenige wollen den Dienst in Krankenhäusern und in der Altenpflege leisten.

Das berichtet Jens Haupt vom Zentrum für Freiwilligen-, Friedens- und Zivildienst der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. „In der Altenhilfe ist es schwer, Leute zu finden.“

In Hofgeismar haben im August 2014 38 Teilnehmer einen Bufdi begonnen. Nur zwei von ihnen arbeiten in der Altenhilfe, eine im Krankenhaus.

Das Bild bestätigt auch Renate Schildknecht, Pflegedienstleiterin bei der Altenhilfe Gesundbrunnen in Hofgeismar: „In den vergangenen zwei Jahren war die Stelle in unserem Haus nicht besetzt.“ In der Altenpflege scheuen sich viele vor dem engen menschlichen Kontakt, weiß Schildknecht. Insbesondere der Umgang mit Demenzpatienten sei nicht jedermanns Sache. „Auch die Konfrontation mit Sterben und Tod schreckt viele vor der Bewerbung ab“, sagt Jens Haupt.

Für den Dienst in Kindergärten und Schulen würden sich hingegen sehr viele bewerben. „Das sind Bereiche, die die Jugendlichen kennen. Da wissen sie, was sie erwartet.“ Viele Bufdi-Bewerbungen gehen auch bei Volunta, der Vergabestelle des Deutschen Roten Kreuzes, ein. „Der Rettungsdienst ist sehr beliebt“, bestätigt Michaela Heide von Volunta in Kassel. Hier gingen wesentlich mehr Bewerbungen ein, als überhaupt Plätze vorhanden seien.

Jens Haupt rechnet damit, dass sich immer weniger Jugendliche für einen Bufdi entscheiden werden und die Anzahl der über 27-Jährigen steigt. Deshalb solle künftig größeres Augenmerk auf die älteren Interessenten gelegt werden. „Die Einrichtungen müssen sich an die Bewerber anpassen. Die Älteren haben häufig eine abgeschlossene Berufsausbildung und eine ganz andere Vorerfahrung.“

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