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Alter Bahnhof Hofgeismar: Schutz vor Nässe und Vandalismus

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Von: Tanja Temme

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Gerald Knauf (links) und Christian Lenzing vom städtischen Bauhof bringen diese Woche die Holzfaserplatten an den zerstörten Bahnhofsfenstern an.
Nicht schön, aber effektiv: Gerald Knauf (links) und Christian Lenzing vom städtischen Bauhof bringen diese Woche die Holzfaserplatten an den zerstörten Bahnhofsfenstern an. Die Bausubstanz ist laut Bürgermeister Torben Busse intakt. © Tanja Temme

Fast ein Jahr wehte der Wind durch die alten Mauern des Hofgeismarer Bahnhofs. Mehrere Dutzend eingeschlagener Fensterscheiben waren Grund dafür.

Hofgeismar - Zehn Monate nach den Folgen der Zerstörungswut dreier Jugendlicher sichern Mitarbeiter der Stadt jetzt das denkmalgeschützte Gebäude vor Witterungseinflüssen und erneutem Vandalismus.

Verbessern wird sich die Optik des Bahnhofs durch diese Maßnahme erst mal nicht, werden die kaputten Fenster doch lediglich durch Spanplatten ersetzt. „Ganze 44 Stück sind im Bahnhof eingeschlagen worden“, erklärt Robert Mohr von der Stadtverwaltung. Damit keine Feuchtigkeit eindringe, würden sie die Bereiche abdichten. Außerdem wolle man so den illegalen Zutritt unterbinden.

Dass die Stadt jetzt erst handelt, hat folgenden Grund: „Die Fertigstellung des Gutachtens, welches wir für die Schadensermittlung in Auftrag gegeben haben, hat bis Ende des vergangenen Jahres gedauert“, berichtet Mohr. Parallel dazu habe die Polizei auch einige Zeit benötigt, um Beweise zu sichern.

Da das Täter-Trio vergangenen April im gesamten Bahnhof aktiv war, nicht nur Fensterglas zerstörte, sondern auch zwölf Türen aushing, Farbe ausschüttete, Waschbecken abschlug und obendrein noch herumliegendes Papier anzündete, war der Schaden entsprechend hoch. „Der ermittelte Schaden liegt bei 90.000 Euro, der sich allerdings durch das Alter des Gebäudes halbiert“, erklärt Bürgermeister Torben Busse. Ob die Stadt auf den Kosten sitzen bleiben wird oder die drei Verantwortlichen dafür zur Kasse gebeten werden können, darüber konnte Busse keine Auskunft geben.

Auch wenn das Gebäude abermals Schaden nahm – schon öfter kamen Schäden vor, zum Bahnsteig wurden die Fenster schon früher verschlossen – so scheint das Stadtoberhaupt noch immer Hoffnung zu haben, dass man einen Investor finden wird. „Vor meiner Zeit als Bürgermeister habe ich das Thema Bahnhof eher pessimistisch gesehen – doch da es immer wieder Interessenten gibt, bewerte ich das nun anders.“ Wie Busse erzählt, habe es 2021 zwei ernsthafte Anfragen gegeben, die einmal wegen der zu geringen Gesamtfläche und ein anderes Mal wegen der Raumaufteilung gescheitert wären. Außerdem hätte sich erst vor Kurzem ein weiterer Interessent das Objekt angesehen – es sei also Bewegung in der Sache.

Grundsätzlich soll die Bausubstanz des Bahnhofs aber in einem guten Zustand sein: „Das Dach ist dicht und es gibt im gesamten Gebäude einschließlich des Kellers keine Feuchtigkeit“, erklärt er. Natürlich sei die Stadt daran interessiert, die Liegenschaft schnellstmöglich zu veräußern. Eine Nutzung unter Beteiligung der Stadt ist für den Bürgermeister keine Lösung, geht es ihm doch darum, Kosten einzudämmen. (Tanja Temme)

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