Experten sollen Möglichkeiten ausloten

Alter Bahnhof in Hofgeismar: Umbau oder Teilabriss?

Nicht mehr bedient: Die Zukunft des alten Bahnhofs in Hofgeismar bleibt ungewiss. Auch ein Teilabriss, bei dem nur der hier zu sehende Mittelteil stehen bliebe, ist denkbar. Fotos: Herwig

Hofgeismar. Um die Zukunft des alten Bahnhofs in Hofgeismar wird seit Jahren intensiv gestritten. Experten aus Kassel sollen jetzt Möglichkeiten zur Nutzung des Gebäudes ausloten.

Das verfällt seit dem Bau des neuen Bahnhofs zum Hessentag auf der gegenüberliegenden Seite der Gleise mehr und mehr. Diese Machbarkeitsstudie kostet die Stadt Hofgeismar 11 150 Euro, das Land Hessen übernimmt allerdings rund 75 Prozent des Betrags.

„Ein Bahnhof ist für jede Stadt etwas Besonderes“, sagt Hofgeismars Bürgermeister Markus Mannsbarth (SPD). Im Falle des historischen Bahnhofs in Hofgeismar seien sich die Stadtverordenetenversammlung und der Kreistag einig: Das Gebäude soll erhalten werden. Nur zu welchem Zweck, darüber wird gestritten.

Das Hauptaugenmerk der jetzt in Auftrag gegebenen Studie liege auf der sozialen Wohnungsnutzung, erklärt Mannsbarth. „Wir sind aber in alle Richtungen offen“, so der Bürgermeister weiter. Auch andere Perspektiven würden nicht ausgeklammert.

Tourismus und Teilabriss 

Eine Möglichkeit bestünde darin, den alten Bahnhof für den Tourismus fit zu machen - auch mit Blick auf das Projekt Naturpark Reinhardswald. „Vielen Touristen kommen am Bahnhof in Hofgeismar an“, sagt Markus Mannsbarth, „das können wir nutzen“.

Schlimmer Zustand: Mit etwas Farbe ist das Gebäude nicht auf Vordermann gebracht.

Auch eine Vermietung an Betriebe aus der Region, die noch Lagerfläche suchen, sei im Gespräch. Je nach Ergebnis der Studie sei aber auch ein Teilabriss des Bahnhofs denkbar, bei dem nur der markante, für das Stadtbild Hofgeismars wichtige Mittelteil des Gebäudekomplexes stehen bliebe. „Es ist noch ein weiter Weg, aber zumindest ist der Startschuss gefallen“, betont der Mannsbarth.

In der Tat ist der Bahnhof in einem schlimmen Zustand, von außen wie von innen. In der alten Eingangshalle, direkt über dem Ticketschalter, bröckelt der Putz. Löcher im Boden und in der Decke weisen auf Stichproben hin, die Statiker bei der Prüfung des Gebäudes genommen haben. Für sämtliche Löcher im Boden des ersten Stocks sind sie allerdings nicht verantwortlich - hier kann man durch die Decke der Bahnhofskneipe auf deren Tresen eine Etage tiefer gucken. Mit in die Hände spucken und einigen Eimern Farbe lässt sich der Bahnhof nicht wieder fit machen.

„Der Bahnhof Hofgeismar ist ein gutes Beispiel dafür, wie man mit Leerstand im ländlichen Raum umgehen kann“, sagt Landrat Uwe Schmidt über die Machbarkeitsstudie. Um den Kommunen solche Initiativen zu erleichtern, regt der Landrat daher an, die Förderinstrumente von Land und EU flexibler zu gestalten und besser zugänglich zu machen.

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