Geänderte Regelungen in Coronazeiten

Kirchenbesucher im Kreisteil Hofgeismar müssen persönliche Daten angeben

In der Gastronomie ist sie schon seit längerem ein Muss, seit Kurzem ist sie auch in den Kirchen Pflicht: die Erfassung von persönlichen Daten wie Name, Adresse und Telefonnummer. Dies dient dazu, die Nachverfolgung von Infektionen zu ermöglichen. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten dazu:

Gottesdienst in der Altstädter Kirche Hofgeismar: Jetzt gelten nicht nur Abstandspflicht und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Die Besucher müssen auch persönliche Daten hinterlassen.
Wieso nimmt der Kirchenkreis Hofgeismar-Wolfhagen die Daten nun auf?
Kai Klose, hessischer Sozialminister, hatte bei einem Gespräch mit den Kirchen zunächst gesagt, dass eine Datenaufnahme verzichtbar sei. „Die Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck hat dies auch so umgesetzt“, sagt Pfarrer Sven Wollert aus Westuffeln, Öffentlichkeitsbeauftragter für den Kirchenkreis Hofgeismar-Wolfhagen. Nachdem es bei einem Gottesdienst von Baptisten in Frankfurt-Rödelheim zu mehreren Coronafällen kam, entschied man sich dann allerdings doch, Adressen und Telefonnummern der Gottesdienstbesucher aufzunehmen. „Die Kirche Hessen und Nassau hatte dies schon vorher auf hessischer Seite gemacht“, teilt Wollert auf Anfrage mit.
Müssen die persönlichen Daten nur bei Gottesdiensten preisgegeben werden?
Nein, bei Beerdigungen besteht die Datenpflicht im Landkreis schon die ganze Zeit. „Die Pflicht, dass sie aufgenommen werden, liegt bei den Bestattern“, sagt Sven Wollert. Die Angehörigen haben die Verantwortung, geben diese aber an den Bestatter ab. Ebenso müssen die persönlichen Daten bei Taufen und Trauungen von allen Teilnehmern ausgehändigt werden.
Wie kommen die einzelnen Kirchengemeinden an die Daten?
Das macht laut Wollert jede Kirchengemeinde anders. „In kleinen Kirchen haben Pfarrer beispielsweise die Gottesdienstteilnehmer fotografiert.“ Andere hätten nach der Andacht die Namen aus dem Kopf aufgeschrieben, wiederum andere geben einzelne Stifte raus, damit die Teilnehmer sich in Listen eintragen. Das Vorgehen ist vielseitig. „Für Gottesdienste in Obermeiser und Westuffeln etwa können sich Gottesdienstbesucher vorab über das Kirchenbüro telefonisch oder per Mail registrieren lassen“, erklärt Wollert. Natürlich könne auch jeder unangemeldet zur Andacht kommen, müsse aber dann dort seine Daten hinterlegen.
Was sagen Pfarrer und Gemeindemitglieder zur Datenerfassung?
Wollert hat auf Anfrage unserer Zeitung die Pfarrer im Kirchenkreis Hofgeismar- Wolfhagen um Stellungnahme gebeten. Der Tenor: Die Gottesdienstbesucher seien unkompliziert, die Erfassung von Adressen und Telefonnummern sei somit unproblematisch. „Die Leute sehen, dass wir uns bemühen, sie fühlen sich einigermaßen sicher“, fügt er hinzu. Hinzu komme: In Wolfhagen würden noch viele Menschen am Internet-Gottesdienst teilnehmen, das habe sich schon etabliert.

Rubriklistenbild: © Tanja Temme

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