Kormorane durch EU-Vogelschutzrichtlinie geschützt

Angler schlagen Alarm: Kormorane fressen die Gewässer leer

Hofgeismar. Kormorane gefährden laut Aussagen von Angelvereinen im Kreisteil Hofgeismar zunehmend den Fischbestand in mehreren Gewässern. 

Betroffen sind die Fische unter anderem in der Diemel und der Weser. Angler berichten von Gruppen mit bis zu 30 Vögeln, die regelmäßig auf die Jagd gehen.

„Ein Kormoran frisst am Tag etwa zwei Fische“, erklärt Manfred Schäfer vom Angelsportverein Gottsbüren. Das führe dazu, dass Gewässer auf 300 bis 400 Metern Strecke nahezu abgefischt seien. „Ich beobachte die Vögel häufig, denen hängen die Fische oft noch zum Hals raus“, sagt Schäfer.

Kormorane unterliegen dem Schutz durch die EU-Vogelschutzrichtlinie und dürfen nicht gejagt werden. Gewerbliche Fischereibetriebe haben aber die Möglichkeit, Ausnahmegenehmigungen zu erhalten. Laut Landkreissprecher Harald Kühlborn müssen die Betriebe dazu darstellen, dass die Vögel einen hohen betrieblichen Schaden anrichten. Kühlborn bestätigt, dass die Kormorane in der Region mehr geworden sind.

Der Fischzuchtbetrieb Reinhardswald darf zum Beispiel 15 Kormorane pro Teichanlage von August bis März abschießen. Trotzdem muss der Betrieb zum Teil hohe wirtschaftliche Einbußen durch die Vögel in Kauf nehmen. An einem Tag seien zum Beispiel 70 Kormorane in einen Teich eingefallen. „Dadurch ist ein großer Schaden entstanden“, sagt Tobias Dworak vom Fischzuchtbetrieb. „Der Kormoran ist ein Schädling, der zwar nicht ausgerottet, aber bekämpft werden muss.“ Dworak schützt seine Teiche mit Netzen. Doch die Vögel hätten diese zu 50 Prozent zerstört.

Der Nabu Altkreis Hofgeismar kennt die Probleme der Angler und Fischereibetriebe. „Damit müssen sie leben“, sagt Vorsitzender Hans-Jürgen Schwabe. „Der Fisch landet entweder im Magen des Anglers oder in dem des Kormorans.“ Ein gesundes Gewässer komme mit beidem zurecht.

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