Lenkung der Verkehrsströme im Gespräch

Angst um gute Stube: Autos auf Markplatz spalteten Parlament

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Marktplatz vor dem Rathaus: Es soll zumindest geprüft werden, ob dort Parkplätze entstehen können.

Hofgeismar. Die Idee, Parkplätze auf dem oberen Teil des Hofgeismarer Marktplatzes zuzulassen, schlug Wellen.

Obwohl die SPD nur eine Prüfung dieser Idee und keine Umsetzung vorgeschlagen hatte, war dies der am heftigsten diskutierte Punkt am Montagabend.

Darum geht es

Verkehrsexperten sollen für die Stadt ein neues Konzept erstellen, also überlegen, wie man die Verkehrsströme lenken kann und die Stadt besser für Auto- und Radfahrer sowie Fußgänger gestalten kann. Allerdings soll dies laut SPD nicht nach eigenem Gutdünken geschehen, sondern die Fraktionen sollen vorher Ideen vorgeben.

Die Ideen der SPD

Die Sozialdemokraten hatten ihre Vorschläge kürzlich vorgestellt: Unter anderem geht es um weniger Verkehr auf der Bahnhofstraße, eine bessere Beschilderung der Parkplätze, mehr Radwege und eine Lenkung des Lastwagenverkehrs.

CDU zieht gleich

Die Christdemokraten wollten der SPD nicht das Feld überlassen und hatten eigene Anträge. Fraktionschefin Waltraud Vialon (CDU) präsentierte eine Liste von Bürger-Wünschen: Gefahrenstellen, die man untersuchen müsse, seien beispielsweise die Bahnhofstraße mit dem Radweg auf der rechten Seite im Bereich Rewe sowie die Ausfahrt von der Manteuffelanlage auf den Kreisel, wo Autofahrer nach links schauten, aber Radfahrer von rechts kämen. Sie forderte auch eine Kurzparkzone vor der Fleischerei Köhler.

Schilder an B83

Die CDU beantragte auch, an den Abfahrten der Bundesstraße 83 Hinweise auf die Entfernung zur Innenstadt und zur Touristinfo aufzustellen. Bürgermeister Markus Mannsbarth betonte, dass das aber nicht im Ermessen der Stadt liege, sondern man an die Straßenverwaltung Hessen Mobil herantreten müsse.

Streitpunkt Marktplatz

Beleben Parkplätze auf dem oberen Marktplatz womöglich diesen Teil der Fußgängerzone? Dieser Frage will die SPD zumindest nachgehen. Doch allein die Idee provozierte Widerstand: Man läute damit möglicherweise das Ende des oberen Marktplatzes ein, sagte Christian Knoche (Linke). Es gebe genug Parkplätze in der Umgebung. „Der Markplatz ist unsere gute Stube“, sagte Stefan Dworak (WSD). Man solle dort lieber über eine Außenbewirtung nachdenken als über Parkplätze.

Ingo von Germeten-Neutze (FDP) warnte davor, die Planung durch Dogmen wie „Die Fußgängerzone muss autofrei bleiben“ einzuschränken. Man solle den Planern erstmal freie Hand lassen. Peter Nissen (SPD) verteidigte die Parkplatz-Idee: Es gebe eine „ganze Reihe von alten Städten, in denen dieser Schritt zur Belebung geführt hat“. Die CDU zeigte sich offen: „Wenn man es vernünftig macht, könnte es eine gute Sache sein.“

Die Abstimmung

Am Ende war sich das Parlament einig, den Anträgen zu folgen. Es gab nur eine Enthaltung.

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