Böllerverbot im öffentlichen Raum

Anstoßen im kleinen Kreis - Polizei zieht ruhige Bilanz für Silvester und Neujahr

Elke und Andreas Till  mit Wunderkerze und Sektgläsern
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Mit Wunderkerze und Sekt: Zumindest ein Minifeuerwerk und das typische Getränk gab es bei Elke und Andreas Till zu Silvester um Mitternacht in Hofgeismar.

Das Verbot von Feuerwerk im öffenlichen Raum zeigte Wirkung: Die Silvesternacht im Kreisteil Hofgeismar ist deutlich ruhiger verlaufen als in anderen Jahren.

Die Polizei hat keine Verstöße gegen das Verbot des Zündens von Feuerwerk auf öffentlichen Flächen (galt nicht für Privatgrundstücke) am letzten Tag des Jahres und in der Neujahrsnacht feststellen können, hieß es am Freitag auf Anfrage der HNA. Beobachtet wurden lediglich kleinere Verstöße gegen die Abstandsregeln, etwa am Hofgeismarer Bahnhof.

Normalerweise lassen es die Hofgeismarer in der Silvesternacht ordentlich krachen. Nicht enden wollende Böllerschläge, buntes Feuerwerk am Himmel und Menschentrauben auf den Straßen – von all dem gab es beim Jahreswechsel diesmal, wenn überhaupt, nur die ganz kleine Variante.

War bis 20 Uhr noch das ein oder andere Auto auf Hofgeismars Straßen unterwegs, so wurde es mit fortschreitender Zeit zunehmend ruhiger im Ort. Fast menschenleer wirkte in den Stunden vor Mitternacht die Stadt, nur hier und da konnte man Hundehalter bei einer letzten Gassirunde sehen. Auch in Ortsteilen wie Kelze verlief der Jahreswechsel deutlich ruhiger als gewohnt.

Und da es im Vorfeld von Silvester nicht mal in größerem Maße das altbekannte Vorab-Geballer gab, lag eine untypische Stimmung in der Luft. „Spätestens zwei Tage vor Silvester geht meist ja das Knallen los, doch davon war dieses Mal nichts zu hören“, freute sich Andreas Till und spielte auf die vielen Hunde, Katzen und Vögel an, denen Kanonenschläge und ähnliche Böller oft zu schaffen machen. Mit seiner Frau Elke hatte er sich für einen entspannten Jahreswechsel in Zweisamkeit entschieden: „Raclette essen, etwas fernsehen, um Mitternacht anstoßen – und das war es dann.“

Mit etwas Spannung wurde von vielen dann der eigentliche Jahreswechsel erwartet. „Mal sehen, ob sich dann was tut“, sagte Till. Schließlich galt bundesweit ein Verkaufsverbot für Böller. Nur Import oder Reste aus dem Vorjahr konnten demnach gezündet werden – und das auch nicht im öffentlichen Raum, sondern nur auf Privatgrundstücken. Tatsächlich war Punkt 24 Uhr doch einiger Radau in Hofgeismar zu hören – aus allen Himmelsrichtungen knallte es lautstark.

Einziger Unterschied dabei war die Dauer. Hält das Ganze doch gewöhnlich wenigstens eine halbe Stunde an, so war nach zehn Minuten die Knallerei vorbei. Vereinzelt schoss ein Feuerwerk gen Himmel, und selbstverständlich läuteten wie gehabt die Glocken. Während die Straßen selbst überwiegend leer blieben, hörte man Menschen sich aus Fenstern oder vom Balkon ein „Frohes neues Jahr“ zurufen. Für viele endete damit der besondere Jahreswechsel, der trotz aller Einschränkungen vielleicht nicht der schlechteste war. (Tanja Temme)

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