Verkauf hat begonnen: Ansturm auf Profiknaller

Größer, länger, sicherer: Sogenannte Feuerwerksbatterien mit über 100 Knallern und bis zu zwei Minuten Dauer werden immer beliebter. Löber-Marktleiter Sascha Fehling zeigt hier die größte Packung in seinem Sortiment für 99,90 Euro. Auch dieses Einzelstück verkaufte sich bisher immer. Fotos: Thiele

Hofgeismar. Am Montag hat der Verkauf des Silvesterfeuerwerks begonnen und Händler sind zuversichtlich, weil neue, größere Effekte mehr Wirkung, aber auch Sicherheit versprechen.

In den Hofgeismarer Geschäften herrschte gestern Vormittag schon reger Andrang. Mit einem Umsatz von 120 Millionen Euro rechnen die deutschen Feuerwerks-Händler in diesem Jahr und etliche Millionen davon entfallen auf Hessen. Trotz aller Spar- und Verzichtsappelle sehen nach einer dpa-Umfrage 53 Prozent aller Deutschen das Spektakel am Nachthimmel positiv, während 37 Prozent eher die Nachteile sehen, wozu Lärmbelästigung für Alte, Kranke und Tiere sowie der viele Böllermüll und Raketenmüll gehören. Ein Unternehmen aus Wattenscheid, das vor Jahren einen „Öko-Böller mit weniger Staub, Emissionen und Papier“ anbot, ist allerdings inzwischen pleite. Die Böller waren zu leise.

Das kann man von den aktuellen Entwicklungen nicht sagen. Die traditionellen, einmal kräftig knallenden China-Böller sind auf dem Rückzug, gefragt sind aber weiterhin die Raketen, sagt beispielsweise die im Einkaufsmarkt Super 2000 in Hofgeismar für das Feuerwerk zuständige Cornelia Hexelschneider. Gut gefragt seien weiter die Batterien, die einmal gezündet zahlreiche Raketen und Böller nacheinander abfeuern und beispielsweise für 20 Euro 180 Sekunden Feuerwerk liefern. Vor allem bei jungen Leuten, die zum Feiern in Großstädte fahren, seien sie beliebt, weil sie sich einfacher transportieren lassen.

„Mir ist das Geld auch zu schade, aber wenn man Kinder hat, muss es so ein bisschen wenigstens sein“, meint nebenan eine Mutter, als sie ein Raketenset prüft.

Hauptkunden sind Familien, die für 30 bis 50 Euro Knaller einkaufen, berichtet Marktleiter Sascha Fehling, der im Hagebaumarkt Löber den Feuerwerksstand organisiert und auch auf DVDs die interessantesten Knalleffekte vorführen kann. Bei den gerade 18-Jährigen sind nach wie vor die Böller beliebt sowie viele Raketen, die sich einzeln abbrennen lassen.

Frauen bevorzugen dagegen die immer beliebteren und immer ausgetüftelteren Feuerwerksbatterien, deren Farbenspiel sich nach dem einmaligen Anzünden aus sicherer Entfernung am Nachthimmel verfolgen lässt. Raketen starten oft schon, wenn der Anzündende noch am Davonspurten ist. Für die ab Zwölfjährigen sind die kleineren Bodenfeuerwerke nach wie vor Dauerbrenner. 99 Prozent des Materials werden verkauft, es geht kaum etwas zurück an den Hersteller, weiß Sascha Fehling. Als Vorteil der Batterien gefällt ihm besonders, dass sie Müll sparen: Man muss nach dem Abbrennen keine Raketenstiele und Hülsen mehr einsammeln, sondern nur einen einzelnen Karton in die Mülltonne stecken. (tty)

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