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Arbeiten für die Sanierung des Freibades in Kelze starteten in dieser Woche

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Von: Tanja Temme

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Der Planer: Achim Rietz ist für die Planung der Maßnahme zuständig. Er war es auch, der für Solarplatten auf dem Dach des Schwimmbadgebäudes plädierte.
Der Planer: Achim Rietz ist für die Planung der Maßnahme zuständig. Er war es auch, der für Solarplatten auf dem Dach des Schwimmbadgebäudes plädierte. © Tanja Temme

Die blauen Fliesen im Kelzer Freibad sind bald Geschichte. Das Bad wird aktuell saniert.

Kelze – Wenn Badegäste kommende Saison zum Schwimmen in das Hugenottendorf kommen, werden sie ein modernes Bad vorfinden. Anfang dieser Woche wurden die Sanierungsarbeiten dafür aufgenommen, die spätestens kommendes Frühjahr abgeschlossen sein sollen.

Wenn Bürgermeister Torben Busse über das „Bädchen“ spricht, ist es doch eines der Kleinsten im Kreis, fallen Worte wie „das Highlight von Kelze“ oder auch „Alleinstellungsmerkmal für die Region“. Tatsächlich wird das Freibad einige Besonderheiten nach der Sanierung aufweisen.

Edelstahlauskleidung statt Folie

Diese hat Schwimmbadplaner Achim Rietz auf den Weg gebracht. Anfangs musste entschieden werden, ob das Becken mit einer Spezialfolie oder einer Edelstahlauskleidung versehen wird. „Da die Schwimmbadfolien nicht so lange haltbar sind wie Edelstahl und bei der Entsorgung als Sondermüll gelten, haben wir uns für die kostenintensivere Variante aus Metall entschieden“, erklärt er.

Somit habe man künftig ein „Becken im Becken“, würde die Verkleidung doch auf die Fliesen gesetzt. Außerdem wollte man den Badegästen auch keine Wassertemperaturen von 16 Grad mehr zumuten. „Solarplatten, die auf dem Schwimmbadgebäude verbaut werden, sorgen künftig für eine angenehme Wassertemperatur“, erklärte der Fachmann.

Kelzer Fereibad: Barrierefreiheit ist gegeben

„Und da diese von der Anzahl überschaubar sind, muss niemand Bedenken haben, dass das Wasser zu warm werden könnte.“ Dass künftig auch Menschen mit Handicap ohne Probleme sich im Bad vergnügen können, freut den Bürgermeister sehr. „Es wird einen mobilen Hublift geben, der die Menschen ins Becken und wieder herausholen kann.“

Dieses müsse man sich vorstellen wie einen kleinen Kranwagen, der von einem Mitarbeiter bedient werde. Damit Rollstuhlfahrer den Beckenrand erreichen können, wird es zudem einen barrierefreien Zugang geben.

Neue Filtertechnik im Bad

Stolz ist man vonseiten der Stadt außerdem auf die neue Filtertechnik. War hier zuvor eine Sandfiltration im Einsatz, so soll künftig eine Druckanschwemmfiltration genutzt werden, eine Technik, die „60 bis 70 Prozent Wasserersparnis mit sich bringt“, wie Busse erläutert. Dass dieses System besonders ist, machte Rietz an Zahlen klar: „Gerade mal zwei Dutzend solcher Filtersysteme gibt es davon aktuell in deutschen Schwimmbädern.“

Im Zuge der Sanierung wird die Einrichtung ein rundes anstatt rechteckiges Planschbecken bekommen, dass man über ein Durchschreitbecken erreicht. Die kleine Kunststoffrutsche wird durch eine breitere aus Edelstahl ersetzt und anstatt einer wird es künftig zwei Duschen geben. Optimistisch zeigte sich Busse auch, was den Kiosk angeht. „Konkret ist das noch nichts geplant, aber sicher wird es dafür eine Lösung geben.“

Dass ihr Dorf nun ein modernes Freibad bekommt, freut auch Kelzes Ortsvorsteherin Franziska Stallknecht sehr. Vor drei Jahren kam der Anstoß aus der Dorfgemeinschaft. Finanziert wird der Bau fast ausschließlich aus Fördermitteln des IKEK-Programms. (Tanja Temme)

In Zahlen: Vor 63 Jahren war es noch ein Löschteich

11 Monate sollen die Bauarbeiten andauern. Spätestens kommenden Mai soll Sanierung abgeschlossen sein.

25 Meter lang ist das Becken und zehn Meter breit. Somit zählt es neben dem Zwerger Freibad zu den kleinsten Einrichtungen im Kreisteil Hofgeismar.

40 Solarmodule werden das Wasser erhitzen. Diese sollen auf dem Dach des Schwimmbadgebäudes verbaut werden.

63 Jahre ist das Freibad alt. Damals wurde das Becken als Feuerlöschteich angelegt und der Bevölkerung auch als Bademöglichkeit zur Verfügung gestellt.

90 Prozent der Gesamtkosten für die Sanierung stammen aus Fördermitteln des IKEK-Programms.

183 Kubikmeter Wasser werden pro Stunde mittels einer Hochenergiepumpe gewälzt, so das Schwimmwasser gereinigt.

2019 – also vor drei Jahren – wurde die Badsanierung erstmals thematisiert. Unter anderem wurde sie durchgesetzt, da die Einrichtung auch eine touristische Relevanz für die Region hat.

1,3 Millionen Euro Gesamtkosten sind für die Sanierung des Freibades in Kelze insgesamt veranschlagt.

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