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Windpark Reinhardswald: Klägerin fühlt sich für nächste Schritte gewappnet

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Von: Daria Neu

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Derzeit ruhen die Arbeiten im Windpark Reinhardswald: Die Klägerin im VGH-Verfahren, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, und ihre Unterstützerin, die Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald, sind nach eigenen Angaben für weitere Schritte gewappnet. Das Symbolfoto zeigt ein Windrad am Waldrand. Symbol
Derzeit ruhen die Arbeiten im Windpark Reinhardswald: Die Klägerin im VGH-Verfahren, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, und ihre Unterstützerin, die Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald, sind nach eigenen Angaben für weitere Schritte gewappnet. Das Symbolfoto zeigt ein Windrad am Waldrand. Symbol © Thomas Thiele

Wie wird es im geplanten Windpark Reinhardswald weitergehen? Diese Frage werden sich einige Menschen im Kreis Kassel stellen. Eine konkrete Antwort gibt es derzeit aber nicht.

Reinhardswald - Schließlich wurde der Windpark Reinhardswald GmbH und Co. KG vorerst buchstäblich der Wind aus den Segeln genommen. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) hatte in Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative (BI) Oberweser-Bramwald einen Hängebeschluss beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) erwirkt, der dazu führte, dass die geplanten Rodungsarbeiten ruhen müssen (die HNA berichtete).

Argumentiert hatte der VGH seinerzeit damit, dass das gewählte Schutzkonzept zur Vermeidung baubedingter Tötungen der Haselmaus nicht hinreichend wirksam sei. Geschäftsführer Ralf Paschold kündigte darauf hin an, man wolle die Situation nun genau analysieren und Gegenargumente hervorbringen.

Mittlerweile haben sich SDW und BI erneut an unsere Zeitung gewandt und ihren Standpunkt klargemacht. Man sei vorbereitet und wappne sich stets für weitere Entwicklungen im geplanten Windpark. „Der Schwerpunkt unserer Klage ist der Artenschutz. Bei diesem Aspekt sehen wir echt Chancen“, betont Gabriele Niehaus-Uebel von der Bürgerinitiative. Der Schutz und der Erhalt des Waldes stünden an erster Stelle.

Niehaus-Uebel ist hauptberuflich in einem Planungsbüro beschäftigt, befasse sich daher auch im Arbeitsalltag mit der Natur und habe den fachlichen Background. Die Forstwirtin, Biologin und Geografin aus Bursfelde gründete die Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald bereits vor einigen Jahren, als es um die Versalzung der Weser und den Flughafen Calden ging. „Uns bewegt alles, was mit der Natur zu tun hat“, sagt sie stellvertretend für ihre 110 Mitglieder.

Bernhard Klug ist Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, war seinerzeit Bürgermeister in Trendelburg und setzt sich jetzt federführend für die Klage gegen die Genehmigungen für den Windpark Reinhardswald ein. Er sei im Wald groß geworden. Sowohl Klug als auch Niehaus-Uebel sind sich sicher: „Windräder gehören nicht in den Wald.“ Windkraft sei ohnehin nicht die einzige Lösung für den Klimawandel. „Kleine Windräder auf freien Flächen in Kombination mit Solaranlagen – das ist die Zukunft“, sagt Niehaus-Uebel. Bei der Klage gehe es in erster Linie aber überhaupt nicht um die Frage auf der Meta-Ebene, wie sinnvoll Windkraft, sondern darum, wie rechtlich zulässig das Vorhaben sei. Die zentrale Frage: Wo wurde gegen geltendes Recht verstoßen?

Als Klägerin hat die SDW mit Unterstützung der BI dafür gesorgt, dass die Arbeiten für den Windpark Reinhardswald derzeit ruhen. „Im Moment passiert gar nichts“, sagt Klug. Jetzt müsse ein Ersatzlebensraum für die Haselmaus geschaffen werden. „Der Projektierer wird sich vermutlich darum bemühen, wir warten erst einmal ab, was nun weiter passiert“, erklärt Niehaus-Uebel. „Wir beobachten die weiteren Schritte genau und sind gewappnet.“ Die Haselmaus stelle schließlich nicht das einzige Problem dar. Ein langjähriger Stopp des Vorhabens – das sei zu diesem Zeitpunkt das Ziel der SDW und der BI. „Wir wollen den Reinhardswald vor der Industrie bewahren.“

Das sagt Ralf Paschold von der Windpark Reinhardswald GmbH und Co. KG

Ralf Paschold ist einer der Geschäftsführer der Windpark Reinhardswald GmbH und Co. KG. Er äußert sich vonseiten der Vorhabenträgerin zum weiteren Vorgehen hinsichtlich der geplanten Windkraftanlagen. Paschold bestätigt: „Wir haben ein detailliertes Habitatgutachten für die Haselmaus erstellen lassen.“

Das Gutachten sei weitestgehend fertigt, der zuständige Jurist würde den Schriftsatz nun vorbereiten und es umgehend an den Verwaltungsgerichtshof übergeben. „Zu dem Ergebnis des Gutachtens möchte ich mich derzeit noch nicht äußern, um dem Gericht nicht vorzugreifen.“ Insgesamt betont Paschold aber: „Die Gerichte sind dramatisch unterbesetzt. Ich möchte stark an die Politik appellieren, diese personell besser auszustatten.“ Die Verfahren rund um Windkraft gestalteten sich „viel zu kompliziert.“ Paschold könne nur hoffen, dass der VGH sich mit den Argumenten befasse. Er und sein Team stünden bereit, um die Wurzelstubben zu ziehen und das Vorhaben umzusetzen. (Daria Neu)

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