Kampf gegen Corona-Pandemie

Apotheker wollen impfen: Wunsch nach Planbarkeit ist im Kreisteil Hofgeismar hoch

Bald sollen auch die Apotheken beim Impfen eingebunden werden: Im Kreisteil Hofgeismar ist man dafür grundsätzlich offen – wenn die Planung stimmt.
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Bald sollen auch die Apotheken beim Impfen eingebunden werden: Im Kreisteil Hofgeismar ist man dafür grundsätzlich offen – wenn die Planung stimmt.

Im Kampf gegen das Coronavirus gibt es ein klares Ziel: In möglichst kurzer Zeit sollen sich möglichst viele Menschen impfen lassen. Jetzt sollen Apotheken und Zahnärzte mit ins Boot geholt werden.

Kreisteil Hofgeismar – Auch Apotheker sollen künftig gegen das Coronavirus impfen, damit die vierte Welle endlich gebrochen wird. Das haben Bund und Länder bei ihrer Konferenz beschlossen. Ideen dazu gab es schon länger. Der Tenor einiger Apotheker im Kreisteil Hofgeismar lautet ganz eindeutig: „Wir wollen impfen. Aber mit mehr Planbarkeit.“

Lutz Mohr, Inhaber der Löwen-Apotheke in Grebenstein, sagt: „Ich stehe dem Vorhaben grundsätzlich sehr positiv gegenüber.“ Er befürchte jedoch, dass ähnlich wie bei den Themen Masken, Tests und Impfzertifikate alles übers Knie gebrochen werde. „Wichtig ist, dass wir das Ganze räumlich und personell vernünftig umsetzen können.“ Und das gehe nicht von heute auf morgen.

Dem stimmt auch Cordula Stark von der Mohren-Apotheke in Hofgeismar zu. Sie findet klare Worte: „Wir brauchen mehr Personal.“ Grundsätzlich sei auch sie offen dafür, mittels Impfungen bei der Bekämpfung der Pandemie zu unterstützen. Doch mahnt sie: „Wir haben schon jetzt alle Hände voll zu tun mit unterschiedlichen Aufgaben, die Corona betreffen.“

Die Apotheken beim Impfen einzubinden sei durchaus sinnvoll, findet Olaf Brückner, Inhaber der Landgrafen-Apotheke in Bad Karlshafen. Ähnlich wie Mohr sagt aber auch er: „Das Ganze ist mal wieder mit der heißen Nadel gestrickt.“

Unbedingt müssten die Apotheken zeitnah erfahren, welche Anforderungen beispielsweise an die Räume gestellt werden, in denen die Spritzen gesetzt werden sollen.

Und damit nicht genug. Alle Drei sind sich einig, dass es im Vorfeld Schulungen fürs Team geben müsse, da das Impfen bislang nicht in ihren Aufgabenbereich gehört habe. „Wir müssen natürlich schauen, dass wir neben diesen ganzen Zusatzaufgaben auch noch unseren grundsätzlichen Auftrag erfüllen können – nämlich die Bevölkerung mit Arzneien zu versorgen“, warnt Mohr. Brückner ergänzt, Planung sei alles. „Wir werden die Impfungen nicht täglich anbieten können.“ Vielmehr müsste es wie vielerorts Impfaktionen geben, um einen festen Kundenstamm einplanen zu können. Schließlich würde sonst wertvoller Impfstoff eventuell verkommen. „Zwischen Tür und Angel nach dem Motto: Ich will mich jetzt spontan impfen lassen – das funktioniert nicht.“ Den hohen Umfang an Aufgaben seien die Apotheken seit vielen Monaten gewohnt. „Wir stehen schon lange Gewehr bei Fuß“, sagt Brückner.

Davon könne auch Stark ein Lied singen: „Wenn ich mir etwas wünschen würde, dann dass wir nicht wieder mit etwas anfangen und dann noch drei Mal die Regeln geändert werden.“ Häufig hätte sie in der Vergangenheit selbst die Beschlüsse aus der Presse erfahren. Am nächsten Tag hätten sie sich prompt den Fragen der Kunden stellen müssen. Das sei auch diesmal nicht anders. „Wir werden täglich von den Menschen aufs Impfen angesprochen.

Zahnärzte fühlen sich bereit zum Impfen

Nicht nur die Apotheker, sondern auch Zahnärzte sollen bundesweit in die Corona-Impfkampagne einsteigen. Sie sind bereits Experten beim Setzen von Spritzen. Daher habe der Hofgeismarer Zahnarzt Dr. Eberhard Frisch nur darauf gewartet, dass seine Berufsgruppe mitimpfen darf. „Wir befinden uns derzeit in einer dramatischen Lage. Ich finde, es sollte jeder impfen, der es kann.“ Er und seine Kollegen gäben täglich Spritzen in schwer zugänglichen Körperregionen. „Da werden wir wohl auch noch einen Oberarm finden“, sagt Frisch. Der Zahnarzt könne sich auch vorstellen, mal eine Samstagsaktion zu starten, um möglichst viele Menschen vor dem Virus zu schützen. Die Frage nach dem Aufwand stelle sich wohl kaum. „Es muss einfach sein“, sagt er. (Daria Neu)

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