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Auch Schulen und Vereine in Hofgeismar sind bei Städtepartnerschaften gefragt

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Von: Thomas Thiele

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Autos fahren von links ins Bild auf einer Straße, die in der Bildmitte weiter durch eine Allee führt.  Rechts steht ein Schilderrahmen mit vier Schildern. Darauf steht von oben nach unten: Hofgeismar Partnerstadt - Gemeinde Europas, Frankreich: Pont-Aven, Maringues. Österreich: Rosenau. Thüringen: Bad Blankenburg.
So verblasst wie einige Farben auf den Partnerschaftsschildern am Ortseingang Gesundbrunnen ist in Hofgeismar auch das Interesse an den Städtepartnerschaften. Es soll dringend verbessert werden. © Thomas Thiele

Die Stadt Hofgeismar feiert mehrere Partnerschaftsjubiläen, doch das Interesse der Einwohner und vor allem von Schulen und Vereinen an Kontakten ins Ausland ist gering.

Hofgeismar. Mit zunehmendem Alter der Kontakte und der Akteure wird es für Städte- und Gemeindepartnerschaften immer schwerer, die Verbindungen aufrecht zu erhalten und zu beleben. Das spürt auch der Städtepartnerschaftsverein Hofgeismar, der in seiner Jahreshauptversammlung positive und negative Aspekte feststellte. Vor allem von Schulen und Vereinen wünscht man sich eine stärkere Beteiligung, wie es sie früher gab.

Direkte Kontakte für junge Menschen wichtig

Mit wenigen Ausnahmen sei das Echo bei den Schulen und Vereinen sehr verhalten, sagte Bürgermeister Torben Busse als Gast der Veranstaltung: „Alle wollen Europa, doch das zu leben ist man nicht bereit, das sollte man überdenken“, meinte er. Es seien gerade junge Leute, für die es wichtig sei, andere Länder und Menschen durch direkte Kontakte kennen und schätzen zu lernen.

Praktika und Schüleraustausch

Die Vorsitzende Maryvonne Jacq berichtete, dass zwei Schülerinnen des Albert-Schweitzer-Gymnasiums im Februar ein zehntägiges Praktikum in Betrieben und Behörden in Pont-Aven absolvieren werden. Im vergangenen Mai hatten Schüler der ASS eine Woche in einem Gymnasium im französischen Lyon verbracht. 26 Schüler der Gustav-Heinemann-Gesamtschule Hofgeismar reisen Anfang Mai nach Pont-Aven, im Austausch kommen ab 22. Mai 54 französische Schüler für eine Woche nach Hofgeismar, wo für einige noch Privatquartiere gesucht werden.

Kopfbild einer lächelnden Frau mit dunklen kurzen Haaren, die Brille ist nach oben auf den Kopf geschoben.
Maryvonne Jacq , Vorsitzende des Partnerschaftsvereins © Thomas Thiele

Rosenau will konferieren

Bei den Partnerschaften gibt es auch positive Nachrichten. Mit der kleinen 800-Einwohner-Gemeinde Rosenau in Österreich gab es jahrelang fast keinen Kontakt, doch nach einem personellen Wechsel soll im Januar nun eine Videokonferenz stattfinden mit dem Ziel, über eine mögliche Jubiläumsfeier zu 40 Jahren Partnerschaft im Jahr 2023 zu sprechen.

Grundschule in Maringues sucht Kontakt

Während die Kontakte zum nur zweieinhalb Autostunden entfernten Bad Blankenburg (Thüringen) relativ gut laufen, werden die seit 38 Jahren bestehenden Kontakte ins französische Maringues wieder intensiviert, berichtet Maryvonne Jacq. Es wird 2024 eine Jubiläumsfeier (40 Jahre) geben. Im September hatte bereits eine Kleingruppe das dortige Patronatsfest besucht. Es bestehen gute Kontakte zwischen dem Fanfarenzug Hofgeismar und der Harmonie „Les Enfants de la Limagne“. Die Grundschule in Maringues möchte einen Kontakt zur Würfelturmgrundschule Hofgeismar aufbauen, ein Berufsschullehrer fragte mit Erfolg nach Praktikumsplätzen im sozialen Bereich in Hofgeismar nach.

Gemäldeausstellung

Als letzte Hofgeismarer Veranstaltung zur 50-jährigen Partnerschaft mit Pont-Aven wird am 22. Januar, dem „Deutsch-Französischen Tag“, in der „Tagespflege am Markt“ noch eine Wanderausstellung des Musée de Pont-Aven mit Gemäldedarstellungen der berühmten Pont-Avener Maler stattfinden.

Busfahrt nach Pont-Aven im Juli

Zur Feier und Gegenunterzeichnung der Jubiläumsurkunde werden vom 12. bis 16. Juli zwei Busse aus Hofgeismar nach Pont-Aven in die Bretagne fahren. Dafür nimmt die Stadt jetzt Anmeldungen entgegen (05671/999-029), der Teilnehmerbeitrag wird bei 100 bis 150 Euro liegen.

Knappe Quartiere

Maryvonne Jacq wies darauf hin, dass sich auch diejenigen, die privat nach Pont-Aven fahren möchten, melden sollen, damit die Gesamt-Teilnehmerzahl bekannt ist und alle zu den Veranstaltungen eingeladen werden. Sie verwies darauf, dass in der Hochsaison die Hotelzimmer in Pont-Aven knapp werden könnten, man sollte also frühzeitig buchen. In Pont-Aven ist man aber bemüht, so viel wie möglich Gäste in Privatfamilien unterzubringen, was aber ebenso schwierig geworden sei wie in Hofgeismar auch.

Neue Themenfelder für Jugendliche

Die Teilnehmer der Versammlung diskutierten, wie man Vereine motivieren könnte, die Partnerstädte zu besuchen. Norbert Michel regte an, andere Themenfelder zu bearbeiten wie etwa Klimaschutz, Abwanderung der jungen Leute in die Großstädte und Umweltschutz, es seien Themen, die junge Leute in allen Ländern interessierten. Auch da könnten Schulen eine Rolle spielen. (Thomas Thiele)

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