Regierungsbezirk will 16.400 Hektar für Windkraft im Reinhardswald ausweisen

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Windmühlen für den Reinhardswald: Künftig werden mehrere große Windräder die Landschaft dominieren.

Kreisteil Hofgeismar. Bis 2050 sollen auf rund zwei Prozent der Landesfläche Windkraftanlagen stehen. Dies ist ein Ergebnis des hessischen Energiegipfels, dem bis auf die Linke alle im Landtag vertretenen Parteien zugestimmt haben.

Wird das Ziel realisiert, so sind beträchtliche Auswirkungen auch auf das nordhessische Landschaftsbild zu erwarten. Vor allem im Reinhardswald werden künftig sicherlich gleich an mehreren Orten große Windräder die Landschaft dominieren. Denn was Windstärke und -häufigkeit - von Fachleuten als Winhöffigkeit bezeichnet - angeht, ist der sich von Holzhausen bis Bad Karlshafen hinziehende Höhenzug hervorragend geeignet.

Mit dem Junkernkopf, dem Gahrenberg, dem Staufenberg oder dem Hahneberg finden sich hier Berge von deutlich über 400 Metern Höhe. Keine Frage, aus wirtschaftlicher Sicht dürfte sich der Betrieb von Windmühlen auf solchen Standorten allemal lohnen.

Darauf stellt man sich auch im Regierungspräsidium Kassel ein. In seinem Bezirk müssen nach Vorgabe des Landes insgesamt 16.400 Hektar Fläche für Windkraft im nächsten Regionalplan ausgewiesen werden. Zum Vergleich: im Regionalplan von 2009 waren nur 2400 Hektar fixiert. Gerade weil in diesem alten Plan viel zu viele Flächen für Windkraft ausgeschlossen waren, wurde er vom Hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) für unwirksam erklärt.

Anfang Dezember stellte Umweltministerin Lucia Puttrich eine Windkarte für Hessen vor. Auch aus diesem ersten „Windkataster“ des Landes ergibt sich, dass der Bau von Windmühlen im Reinhardswald immer wahrscheinlicher wird. Klemens Kahle, im Forstamt Reinhardshagen, zuständig für das Liegenschaftsmanagement, sieht denn auch klar: „Wir werden nicht drumherumkommen, auch im Forstgutsbezirk Flächen für Windkraft bereitzustellen.“

Hintergrund

Strom und Wärme aus Erneuerbaren

Im Bund ist nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima die Energiewende mit dem Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen worden. Vor diesem Hintergrund haben in Hessen Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Verbände auf dem Energiegipfel das Ziel formuliert, dass das Land bis zum Jahr 2050 seinen Energieverbrauch bei Strom und Wärme „möglichst“ aus erneuerbaren Energien deckt.

Der Windkraft wird bei dem Vorhaben ein maßgeblicher Anteil zugewiesen. Für diese Energieerzeugungsart soll eine Vorrangfläche von „in der Größenordnung von zwei Prozent“ an der Landesfläche bereit gestellt werden. Das ist der Ausgangspunkt für die folgende gesetzgeberische Arbeit. (geh)

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