1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hofgeismar
  4. Hofgeismar

Aufnahmestopp bei Tafel in Hofgeismar und Bad Karlshafen

Erstellt:

Von: Bernd Schünemann

Kommentare

Lebensmittel-Ausgabe bei der Tafel in Bad Karlshafen.
Bei der Essensausgabe: Auch die Tafeln in Hofgeismar und Bad Karlshafen müssen viele Herausforderungen bewältigen. © Daria Neu

Die Versorgungslage bei den Tafeln hat sich weiter verschlechtert. In Hofgeismar und Bad Karlshafen musste das Diakonische Werk einen Aufnahmestopp verhängen.

Hofgeismar – Auch bei der Wolfhager Tafel nehmen die ehrenamtlichen Mitarbeiter keine neuen Kunden mehr auf. Das Diakonische Werk Region Kassel ist der Träger der Tafeln in Hofgeismar, Bad Karlshafen und Wolfhagen.

„Nottüte“ für Geflüchtete

Menschen aus der Ukraine, die dort nach günstigen Lebensmitteln fragen, bekommen eine „Nottüte“, erklärt Frauke Wiegand. Sie koordiniert beim Diakonischen Werk die Arbeit der Tafeln in den drei Städten.

Mehrere Gründe führen zu dieser Situation, auf die die Tafeln schon im März hingewiesen hatten. Zum Teil sind es noch Auswirkungen der Corona-Pandemie, in der viele Menschen mit einem niedrigeren Einkommen auskommen mussten. Die gestiegenen Preise für Lebensmittel und Energie verschärfen die Situation weiter, sagt Tamara Morgenroth, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks.

Supermärkte kalkulieren genauer

Ein weiterer Grund sei die gestiegene Nachfrage durch Geflüchtete aus der Ukraine. Hinzu komme, dass die großen Lebensmittelmärkte inzwischen genauer kalkulieren könnten und deshalb weniger Produkte zur Verfügung stehen, die sie an die Tafeln abgeben können.

In Kassel 500 auf der Warteliste

In der Stadt Kassel gibt es seit etwas mehr als einer Woche einen Aufnahmestopp, sagt Vorsitzender Waldemar Gries. „Die Warteliste haben wir bei 500 geschlossen, das war vor gut zehn Tagen.“

Die Tafel Baunatal/Schauenburg führt eine Warteliste, etwa 120 Menschen sind darauf vermerkt. Wolfgang Rodermund, Vorsitzender des Tafelvereins, rechnet mit einer Wartezeit von einem halben Jahr.

Tamara Morgenroth, Geschäftsführerin des Tafel-Trägers Diakonisches Werk
Tamara Morgenroth © Diakonisches Werk

Ein weiteres Problem erschwert die Arbeit an den Ausgabestellen in Hofgeismar, Bad Karlshafen, Wolfhagen und Baunatal: Allen Tafeln fehlen Mitarbeiter. Auch deswegen könnten nicht noch mehr Kunden versorgt werden, machen die Träger deutlich. Diakonie-Geschäftsführerin Morgenroth macht auf einen zusätzlichen Punkt aufmerksam: Für die ehrenamtlichen Helfer sei es „fast nicht zu stemmen, Menschen wegschicken zu müssen“. (Bernd Schünemann)

Auch interessant

Kommentare