Hofgeismarer Bahnhof

Ausfall des Aufzugs verunsichert Rollstuhlfahrer

Keine Notrufnummer: Sowohl im Aufzug als auch an der Front ist kein Hinweis angebracht, wohin man sich bei einem Defekt wenden kann. Fotos: Gehlen/Temme

Hofgeismar. Der wiederholte Ausfall des Fahrstuhls am Bahnhof Hofgeismar verunsichert die Rollstuhlfahrer in der Region.

Zwar funktioniert der Aufzug inzwischen wieder. Doch die Frage bleibt: Wie kommt ein Rollstuhlfahrer vom Bahnsteig, wenn er per Tram ankommt und der Fahrstuhl erneut ausfällt?

Genau das ist laut HNA-Leser Harald Klähn aus Hofgeismar am Freitag passiert: Da habe ein Rollstuhlfahrer „wie in der Mausefalle“ am Bahnsteig gesessen. Der Hofgeismarer war aus der Bahn ausgestiegen, als er feststellte, dass der Aufzug erneut defekt ist. Ohne Hilfe kam er dort nicht weg.

Klähn lief zum Fahrkartenverkauf am Bahnhof. Dort habe ein anderer Mann aber schon gestand und darum gebeten, dass der Störungsdienst informiert wird. Der Rollstuhlfahrer selbst habe seine Verwandten gerufen, damit er abgeholt wird.

Auf den Reparaturdienst hätte er offenbar auch lange Warten können: Wie andere Augenzeugen berichten, funktionierte der Aufzug am Samstag offenbar immer noch nicht. Was erschwerend hinzukommt: Am Fahrstuhl selbst gibt es keine Telefonnummer für solche Notfälle.

JörgSchweitzer

„Ja, das stimmt“, bestätigt der Hofgeismarer Jörg Schweitzer, der ebenfalls im Rollstuhl sitzt. Er habe schon überlegt, selbst Abhilfe durch einen Aufkleber zu schaffen. Was Schweitzer auch beschäftigt: Was passiert, wenn er abends mit der letzten Bahn nach Hofgeismar kommt und der Aufzug ist defekt? „Dann kann man nur hoffen, ein geladenes Handy und eine Decke dabei zu haben.“

Zumindest tagsüber haben Rollstuhlfahrer die Möglichkeit, mit der nächsten Tram nach Immenhausen oder Hümme zu fahren und von dort mit dem Taxi oder anderen Verkehrsmitteln nach Hofgeismar zu kommen.

Laut der Deutschen Bahn soll es aber keine Probleme mehr geben: „Nach Auskunft unserer Spezialisten ist die Aufzugsanlage nach erfolgter Reparatur hinsichtlich der Funktionsfähigkeit der Türen nicht mehr anfällig - ausgenommen natürlich bei mutwilliger Zerstörungswut“, heißt es.

Mit einem betroffenen Rollstuhlfahrer habe sich das Bahnhofsmanagement nach bekannt werden der Störung umgehend verständigt. Man werde, wie zugesagt, ohne Anerkennung eines Rechtsanspruchs aus Kulanz die entstandenen Taxikosten übernehmen.

Nach der ersten Reparatur war es laut Bahn zu einer Türstörung des Aufzuges gekommen, die Türen ließen sich nicht schließen. (gör)

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