Getreide im Hitzestress

Ausgetrocknete Äcker: Landwirte haben Angst um ihre Ernte

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Landwirt bei der Arbeit (Symbolbild): Wegen der diesjährigen Ernte haben die Bauern große Sorgen. 

Hofgeismar. Von einzelnen Gewitterschauern abgesehen, war der Mai einer der trockensten überhaupt. Landwirte blicken sorgenvoll in Richtung Ernte.

Dazu kamen hohe Temperaturen und kräftige Winde. Dieses Maiwetter hat Gärten, Äcker, Wiesen und den Waldboden austrocknen lassen. Besonders kritisch ist es um den Raps bestellt. Fand die Aussaat im Herbst auf zu nassen Böden statt, so sorgten starke Temperaturschwankungen von der Frostperiode im März bis zu sommerlichen Tagen im Anschluss zu einem Wetterstress, auf den die Rapspflanzen mit Knospensterben reagierten. Zudem begünstigten die zuletzt hohen Temperaturen die Ausbreitung des Rapsglanzkäfers. „Wir hören von Landwirten, die ihre Rapsfelder umbrochen haben, weil die Ertragsaussichten einfach zu gering sind“, sagt Jörg Kramm, stellvertretender Vorsitzender des Regionalbauernverbandes Schwalm-Eder. Auch beim Weizen gebe es auf flachgründigen Böden bereits Trockenschäden. Gerste und Zuckerrüben stünden in der Regel jedoch „ganz gut“ – ebenso früh gesäter Mais.

Hitzestress und Trockenheit haben auch das Gras weniger wachsen lassen. „Auf dem Grünland dürften wir bisher bis zu 20 Prozent weniger Ertrag haben“, vermutet Stefan Strube vom Regionalbauernverband. Kramm und Strube hoffen, dass in den nächsten Wochen doch noch ausreichend Niederschläge fallen. „Aber bitte nicht wie vergangenes Jahr in der Erntezeit, das wäre ein worst-case-Szenario“, sagt Strube.

Nach Wasser lechzt auch der Waldboden. Zwar kommen große Bäume mit ihren Wurzeln noch an wasserführende Schichten, aber die 60 000 Douglasien und 30 000 Eichen, die frisch gepflanzt wurden, brauchen dringend Wasser von oben, sagt Klemens Kahle, Sprecher des Forstamts Reinhardshagen. Da werden die Schauer vom Dienstag kaum ausreichen. 

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