Ehemalige Bahnstrecke

Ausstellung in Grebenstein: Auf den Spuren der Nordbahn

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Historie vermitteln: Da, wo einst die erste Haltestelle der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn war, weihten Bürgermeister Danny Sutor (links) und Wolfgang Tölle die erste von acht Infotafeln ein.

Grebenstein. Als die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn auf der Teilstrecke zwischen Carlshafen und Grebenstein eingeweiht wurde, war das eine kleine Sensation. Fast auf den Tag genau 170 Jahre später wurden Gedenktafeln errichtet, die auf die ehemalige Bahnstrecke hinweisen.

„Es gibt keine Bratwurst und kein Freibier“, dämpfte Wolfgang Tölle die Erwartungen der Anwesenden mit einem Augenzwinkern, „doch die TMG mit Christian Brede wird uns musikalisch unterhalten.“

Als die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn 1848 ihren Dienst aufnahm, geschah dies an dem Ort, an dem heute die erste von acht Gedenktafeln errichtet wurde. Hier, am Bahnübergang Schinderberg, befand sich einst der provisorische Bahnhof der Stadt. Neben der Tafel erinnern originale Schienenreste an den ehemaligen Streckenverlauf.

Hierher kamen die Menschen aus Kassel mit dem Omnibus, um mit der Bahn nach Carlshafen fahren zu können. Damals allerdings wurden die Omnibusse noch von Pferden gezogen.

Für Wolfgang Tölle ist die Einweihung der Infotafeln sowie die dazugehörige Ausstellung in der „Alten Meierei“ ein Teil seines persönlichen Lebenswerkes. Seit 37 Jahren ist er ehrenamtlich für das Ackerbürgermuseum tätig und hat sich in der Zeit intensiv auch mit der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn beschäftigt, fuhr für Recherchen auch zur Universitätsbibliothek nach Düsseldorf, wo sich die historischen Unterlagen der Bergisch-Märkischen Eisenbahn heute befinden.

„So ein Vorhaben braucht nicht nur ehrenamtliche Hilfe, sondern auch Geld“, erläuterte der 77-Jährige und dankte neben den Sponsoren aus der Region und dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst auch dem Bauhof der Stadt Grebenstein für seine tatkräftige Unterstützung.

Auch Bürgermeister Danny Sutor zeigte sich erfreut darüber, dass mit dem Projekt ein Stück der Stadtgeschichte sichtbar gemacht wurde. Er lud die gut fünfzig Anwesenden ein, mit ihm und den Mitarbeitern des Museums ein Stück der Strecke gemeinsam abzulaufen und wies bei der Gelegenheit daraufhin, dass man leider auf Zeugnisse von Vandalismus treffen würde. Zerstörte Schautafeln und herausgerissene Pflastersteine seien nichts, was man sich in Grebenstein gefallen lassen würde. Deshalb würde die Polizei künftig häufiger Streife fahren.

Die Ausstellung im Ackerbürgermuseum ist ab Sonntag, 15. Mai, jeden Sonntag von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Wer bereits zuvor eine Sonderführung möchte, kann diese unter der Telefonnummer 0 56 74/13 54 vereinbaren.

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