Bislang ist Amtsgericht zuständig – Künftig reicht Gang ins Rathaus

Austritt aus der Kirche: Ab März teurer, aber einfacher

Hofgeismar. Teurer, aber einfacher wird es für Mitglieder von Glaubensgemeinschaften, ihrer Kirche künftig den Rücken zu kehren. Am 1. März tritt ein neues Landesgesetz in Kraft.

Danach muss der Kirchenaustritt nicht mehr beim Amtsgericht beantragt werden. Zuständig werden dann die Stadt- und Gemeindeverwaltungen sein. Für Einwohner des Kreisteils Hofgeismar entfällt damit die Fahrt zum Amtsgericht nach Hofgeismar. Sie können den Kirchenaustritt künftig in ihrem Rathaus erklären.

Mit dem Wechsel der Zuständigkeit erhöhen sich auch die Kosten. Bislang, und noch bis Ende Februar, sind für den Austritt 25 Euro zu bezahlen. Nach der Verlagerung der Arbeit in die Rathäuser werden es ab März 30 Euro sein.

Im evangelischen Kirchenkreis Hofgeismar sieht man die Änderung gelassen. „Wer aus der Kirche austreten will, hat das bisher auch gemacht, selbst wenn er zum Amtsgericht musste“, sagt Pfarrer Sven Wollert. Diesen Schritt unternehme man nicht, „weil man gerade zufällig im Rathaus etwas zu tun hat“, ist der Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis überzeugt. Es diene, so die Begründung des Landes, der Vereinfachung der Verwaltungsabläufe und das, so Wollert, „können wir nachvollziehen.“

In den Rathäusern ruft die Änderung nicht nur Zustimmung hervor. Es sei eine zusätzliche Leistung, die die Kommunen zu erbringen hätten, heißt es beim Hessischen Städte- und Gemeindetag. Ob die angesetzte Gebühr von 30 Euro reiche, um die tatsächlich entstehenden Kosten zu decken, könne man jetzt noch nicht sagen.

Einer der Gründe: Noch wissen die Städte und Gemeinden nicht genau, wie die Arbeitsabläufe sein werden. „Ich fürchte“, so Grebensteins Bürgermeister Danny Sutor, „dass nicht alles elektronisch läuft.“ Ende des Jahres, so die Einschätzung der Verwaltungsfachleute, könne man dazu mehr sagen. 

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