Auswertung im Raumordnungsverfahren für K+S-Projekt läuft

Hofgeismar/Kassel. In den sieben Wochen Auslegungsfrist im Raumordnungsverfahren für den vom Kasseler Düngemittelkonzern K+S geplanten Bau einer Salzabwasser-Fernleitung von der Werra an die Oberweser sind beim Regierungspräsidium Kassel etwa 1000 Einwendungen eingegangen.

Das erklärte RP-Sprecher Michael Conrad auf Anfrage unserer Zeitung. In den 150 Einzeleinwendungen Kommunen, Verbänden, Vereinen, Organisationen und Einzelpersonen sind auch viele Unterschriftenlisten enthalten. Auch nach der vorübergehenden Aussetzung des Verfahrens im Februar wurden die Einwendungen weiter bearbeitet. Zu deren Inhalt konnten die Sachbearbeiter beim Regierungspräsidenten noch nichts sagen, da Aussagen vor der kompletten Abarbeitung das Bild verfälschen würden, sagte Conrad. In der übernächsten Woche werde es aber vor der Presse eine umfassende Darstellung des Verfahrensstandes geben.

Das Raumordnungsverfahren für die Findung der Leitungstrasse wird am Donnerstag fortgesetzt, nachdem es bis zum Mittwoch ausgesetzt war. Im Februar hatte das hessische Ministerium für Umwelt und Wirtschaft dem RP in Kassel den Stopp angewiesen. Grund war die anstehende Verabschiedung des neuen Bewirtschaftungsplans durch die sieben Werra- und Weser-Anrainerländer (Weserministerkonferenz), weil das zu erwartende Maßnahmenpaket zur Entsalzung der Flüsse sich schließlich auch auf das Raumordnungsverfahren auswirke. Bis Montag dieser Woche musste der Bewirtschaftungsplan beschlossen und der EU-Kommission vorgelegt sein, um millionenschweres Bußgeld zu verhindern.

Gegen die Salzleitung gibt es im Kreis Kassel starke Proteste. Landwirte demonstrierten vor dem RP. Abgelehnt wurde das Vorhaben unter anderem vom Kasseler Kreistag und den Parlamenten in Trendelburg, Hofgeismar, Wahlsburg und Oberweser. Wahlsburg will notfalls gegen den Bau vor Gericht ziehen.

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