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Babyboomer fehlen bald: Künftig weniger Blutspender im Kreis Kassel

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Von: Bernd Schünemann

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Ein Beutel mit Spenderblut nach einer Blutspende
Ein Beutel mit Blut nach einer Blutspende. © Bernd Wüstneck/dpa

Die Zahl der Blutspender je Termin im Kreis Kassel ist im dritten Pandemiejahr stabil. Das geht aus den Zahlen des DRK-Blutspendedienstes hervor.

Kreis Kassel – 2022 besuchten im Schnitt 73 Spender einen der 135 Termine. Genau so viele waren es 2019. Allerdings fanden damals 155 Termine statt.

Die Zahl der Spendentermine hänge von mehreren Faktoren ab, erklärt Eberhard Weck, Sprecher des Blutspendedienstes Baden-Württemberg/Hessen. Dazu zählen nutzbare Räume wie auch die Mitarbeit der Ortsverbände. Die Organisation liegt beim Blutspendedienst. Die Helfer aus den Ortsvereinen unterstützen die Spendenteams beim Aufbau und bei der Betreuung der Spender. Generell sei der Blutspendedienst mit den Zahlen in den ländlichen Gebieten zufrieden, sagt Weck. Dort sei die Spendenbereitschaft größer als in Städten. In Hessen reiche der Vorrat an Konserven für knapp drei Tage. „Wir hätten gern einen Vorrat für vier Tage“, ergänzt Weck. Mehr mache keinen Sinn, weil einige der aus dem Blut gewonnenen Produkte nur kurzfristig haltbar seien.

Vom Spender zum Empfänger

Sorgen bereitet dagegen die Babyboomer-Generation: Die geburtenstarken Jahrgänge würden immer mehr von Blutspendern zu Spendenempfängern, umreißt Weck das Problem. Jede fünfte Blutspende gehe in die Krebstherapie. Auch da nehme die Zahl der Betroffenen im Alter zu. Der Blutspendedienst versuche gezielt, mit Terminen an Universitäten oder Oberstufenschulen neue, junge Spender zu gewinnen. Dort sei das Interesse gut.

Um mit den Spendern in Kontakt zu bleiben, setzt auch das DRK auf moderne Medien. Seit Corona ist eine Anmeldung über das Internet zur Blutspende notwendig. Online kann man prüfen, ob man aktuell spenden kann. Hinzu kommt eine Spender-App. Die bietet einen Überblick über die eigenen Spenden. Damit haben die Nutzer direkten Kontakt mit dem Spenderservice und auch untereinander. Daneben bietet das DRK den Podcast „500 Milliliter Leben“ an. Darin gibt es Einblicke hinter die Kulissen eines Spendetermins. Die Moderatoren beleuchten die Themen Blutspenden und Leben retten von allen Seiten.

Die meisten Erstspender gab es 2022 im Altkreis Kassel: Bei den 100 Terminen im Kreisteil verzeichneten die DRK-Mitarbeiter 383 Erstspender. Zu den drei Terminen im Kreisteil Wolfhagen kamen im vergangenen Jahr drei Erstspender. (Bernd Schünemann)

Spenden bis zum 73. Lebensjahr möglich

Gesunde Menschen können laut DRK-Blutspendedienst ab dem 18. Lebensjahr spenden. Wer zum ersten Mal spendet, kann das bis zum 65. Lebensjahr tun, Mehrfachspender werden inzwischen bis zum 73. Lebensjahr angenommen. Die nächsten Termine im Kreis Kassel finden am 24. Januar in Ahnatal, am 26. Januar in Zierenberg-Oberelsungen sowie am 2. Februar in Reinhardshagen statt. Frauen können bis zu viermal im Jahr spenden, Männer bis zu sechsmal.  (Bernd Schünemann)

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