Abholzung von Bäumen: Fragen und Antworten 

Baumfällarbeiten an Bundesstraße 83: Pflege oder Kahlschlag?

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Bäume und Sträucher entlang der B83 Richtung Hofgeismar: Die Gehölzarbeiten sind nicht umweltbelastend, sondern für manche Tierarten sogar ein Vorteil.

Hofgeismar. Aufeinander gestapelte Holzstämme und haufenweise verworrene Sträucher und Äste. Die Abholzung entlang der Bundesstraße 83 sorgte für besorgte Anrufe bei der HNA. 

„Links und rechts der B83 werden derzeit im großem Maße Bäume gefällt und Büsche entfernt, fast bis zum Kahlschlag“, erreichte uns ein besorgter Anruf eines Grebensteiners. Er war nicht der Einzige, der sich aufgrund der Abholzung an der Bundesstraße 83 Sorgen machte. Fragen und Antworten dazu sammelten wir mit Hilfe von Hessenmobil und dem örtlichen Naturschutzbund (Nabu) in Hofgeismar.

Warum werden die Bäume und Sträucher gefällt?

Bäume und Sträucher sind eine potentielle Gefahrenquelle für Autofahrer. Durch die Gehölzarbeiten wird sicher gestellt, dass sie nicht die Sicht auf die Fahrbahn und die Schilder versperren. Auch Totholz und kranke Bäume werden entfernt, um Unfälle durch herabfallende Äste zu vermeiden. Außerdem wird verhindert, dass Äste in den „Lichtraum“ über der Fahrbahn ragen.

Ist die Abholzung an der B83 in einem normalen Maß?

Die Bäume werden im üblichen Rahmen gefällt, heißt es von Hessenmobil. Die Rückschnitte dürften nur in dem Zeitraum zwischen Oktober und Februar gemacht werden. Welche Bäume in welchem Umfang geschnitten werden, wird jährlich zwischen Hessen Mobil und der Naturschutzbehörde abgestimmt.

Was bedeutet „auf den Stock setzen“?

Damit sich der Strauchbestand gesund entwickeln kann, werden die Bäume und Sträucher regelmäßig auf eine Höhe von zehn bis 20 cm über dem Boden verkürzt und ausgedünnt. Das Ausdünnen hilft der Natur dabei, sich zu verjüngen. Außerdem verhindert man so, dass gefährliche Hindernisse entstehen. Tut man das nicht, treiben sich die Gehölze durch den engen Stand gegenseitig in die Höhe und können instabil werden.

Wird das entfernte Gehölz ersetzt?

Eine Nach- oder Ersatzpflanzung ist wegen der verbliebenen Wurzeln nicht möglich, aber auch nicht notwendig. Nach zwei Jahren ist das Gehölz wieder zwischen zwei und drei Meter hoch.

Wird durch die Gehölzarbeiten nicht die Natur zerstört?

„Das sieht immer radikal aus, wächst aber wieder nach“, sagt Hans-Jürgen Schwabe von örtlichen Nabu-Verband in Hofgeismar. Das Abholzen sei kein Nachteil für die Tierwelt, im Gegenteil. „Grundsätzlich sind Straßen die rechts und links dicht bewachsen sind ein gefährlicher Standort für Vögel.“ Sie können beim Fliegen leicht von Fahrzeugen erwischt werden. „Wir wollen gar nicht, dass sich viele Vögel an solchen Stellen aufhalten“, sagt Schwabe, „insofern ist das Abholzen nicht schlimm.“ Das Ausdünnen hilft der Natur dabei, sich zu verjüngen und führt in den Folgejahren zu einem kräftigen, innen belaubten Nachwuchs auf der Fläche, heißt es von Hessenmobil.

 Warum bleibt das Holz ?manchmal länger liegen?

Manchmal kann es beim Abtransport der geschlagenen Bäume und Sträucher zu Verzögerungen kommen, etwa wenn das Wetter nicht mitspielt oder die notwendigen Maschinen an anderer Stelle im Einsatz sind. Ein Teil des Holzes wird allerdings auch vor Ort gehäckselt und bleibt für die Rückführung in den natürlichen Kreislauf liegen. 

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