Petristraße, Töpfermarkt, Apothekenviertel

Bauvorhaben in Hofgeismars Innenstadt nehmen Formen an

Herausforderung Altstadt: Auf dem Gelände der geschlossenen Sanderschen Hirschapotheke zwischen dem Markt und der engen Apothekenstraße (Panoramabild) befinden sich mehrere historische Gebäude. Hinter der Person links und nahe des Autos rechts sollen Teile weichen, der Rest wird zu Wohnungen um- und neugebaut.

Hofgeismar. Über die neuen Bauprojekte in Hofgeismar wird eifrig diskutiert, mitunter auch mit unvollständigen Fakten. Hier sind konkretere Angaben zu den Vorhaben.

Petristraße 

Ändert sich: Das Eckgebäude am Töpfermarkt, in dem sich früher das Café Wilhelm befand, wird umgebaut. Die Bäckereifiliale wird schließen, der Modeladen ist schon zu. Über den genauen Zeitpunkt und die Form des Umbaus äußern sich die Eigentümer noch nicht

An der Petristraße baut die Kurhessen-Stiftung eine dreistöckige Wohneinrichtung für Menschen mit einem psychischen Handicap. Das Richtfest ist für Montag, 8. August, geplant, der Bezug für Juli 2017. Die Kurhessenstiftung ist Bauherr des Wohnheims und wird es langfristig an die Baunataler Diakonie (bdks) vermieten. Der Neubaubietet 18 stationäre Wohnplätze und Raum für Tagesstruktur. Er wird das alte Wohnheim am Altstädter Kirchplatz ersetzen. Es entstehen keine zusätzlichen Plätze. Jedes Bewohnerzimmer erhält ein eigenes Bad. Alle Etagen sind barrierefrei, daneben sind sechs Rollstuhlfahrerplätze vorgesehen. Die Energieversorgung wird über Solarthermie, Fotovoltaik für Eigenstromversorgung sowie einen Gasbrennwertspitzenkessel erfolgen. Die Gesamtkosten betragen etwa 2 Mio. Euro, getragen von der Kurhessen-Stiftung, der Diakonie Hessen und einer KfW-Förderung (Kreditanstalt für Wiederaufbau).

Nebenan sind zwei Häuser abgerissen, die Werkstatt der Schreinerei Tölle folgt. Hier will ein Investor aus Willebadessen Wohnungen für fünf bis sechs Familien bauen und so die Lücke schließen.

Töpfermarkt 

Wird wiederbelebt: Das frühere große Geschäft Leimbach (Mitte) wird künftig gastronomisch genutzt.

Das Eckhaus Mühlenstraße/Töpfermarkt sollte abgerissen werden, aber die Denkmalpflege hat, wie schon bei der früheren Bäckerei Rode, ein Veto eingelegt. Ein moderner Bau passe nicht in die historischeBebauung, ebenso wenig ein einstöckiger Flachbau oder gar ein Parkplatz. Die Besitzer, die Familie Wagner, hatte schon früher sehr fortschrittliche Ideen für die Fußgängerzone, etwa Wasserläufe oder eine Einkaufspassage, was aber nicht in die Stadtpolitik passte oder wo die Eigentumsverhältnisse dagegen sprachen. Die Baufirma Wagner passt gerade ihre Pläne an, will aber noch keine Details verraten: „Das Haus wird kurzfristig umgebaut.“ Die Bäckerei hat noch einen Vertrag bis Ende 2017, doch es scheint möglich, dass er schon früher beendet wird.

Apothekenviertel 

Größtes Projekt dürfte der Umbau des großen Areals der Apothekerfamilie Friedrich-Sander sein. Vor wenigen Tagen standen die Verträge vor der Unterschrift. Erhalten bleiben die großen Fachwerkbauten und das mittelalterliche Steinhaus neben der Toreinfahrt. Zwei weniger wertvolle Gebäude an der Apothekenstraße werden durch Neubauten ersetzt, dazu kommen Neubauten im Innenbereich.

Bernd Schreiner (IWES Immobilien Kassel) will hier 20 teilweise altengerechte Eigentumswohnungen, eine Gewerbeeinheit, eine Tiefgarage und vier Familien-Stadthäuser errichten. Baubeginn ist Frühjahr 2017. Die Planungen sind aber noch nicht abgeschlossen, weil noch über ein weiteres Gebäude verhandelt wird. Und ein herrenloses Haus an der Entengasse könnte Platz für eine zweite Zufahrt bieten.

Übrigens: Das angrenzende Café am Markt wird nicht geschlossen, trotz anderslautender Gerüchte. Inhaberin Veronika Mohr: „Das Haus wurde verkauft, doch unser Vertrag läuft weiter.

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