Beberbeck: Domänenverwaltung will alte Landarbeiterhäuser abreißen

Beberbeck. Der land- und forstwirtschaftliche Betrieb der hessischen Staatsdomäne Beberbeck will nach dem Abriss die Flächen entsiegeln und daraus Weide- und Ackerland machen.

Die Häuser wurden in den 1920er-Jahren für die Landarbeiter der Domäne erbaut. Heute wohnen darin zumeist Familien, deren Angehörige nicht auf dem Betrieb arbeiten. Domänenverwalter Bernd Köhling begründet die Abrisspläne damit, dass die Vermietung der Häuser in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden sei. Die Wohnhäuser seien altersbedingt in einem Zustand, in dem eine ordnungsgemäße Sanierung zu aufwendig sei. „Wirtschaftlich lässt sich das nicht mehr vertreten“, sagt Köhling, „solche Investitionen würden wir durch Mieteinnahmen nicht mehr refinanzieren können.“

Die Mieter, die bis spätestens 31. Mai nächsten Jahres ausgezogen sein sollen, sehen das anders. Einer von ihnen ist Ingolf Reuß, der seit Jahren „gerne in Beberbeck lebt“ und mit „allen Nachbarn“ sieben Jahre lang gegen die Pläne eines riesigen Ferienresorts gekämpft hat. „Damals waren wir nützlich, aber heute sollen wir weg“, ist Reuß enttäuscht. Dass die Wohnungen sanierungsbedürftig seien, habe auch damit zu tun, dass über Jahrzehnte „nichts an den Häusern gemacht worden ist“.

Der schlechte Zustand der Wohnungen wird indes auch vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bestätigt. „Da die Gebäude nicht mehr sanierungsfähig sind, ist ein Abriss unausweichlich“, teilte Pressesprecherin Rebecca Gerigk auf Anfrage unserer Zeitung mit. Dies habe auch die Denkmalbehörde bestätigt. „Daraus ergibt sich, dass die vier von dem Abriss betroffenen Mieter bis Mai 2016 ausziehen müssen.“

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