Beberbeck: Land droht Mietern mit Klage und bietet Geld

Landarbeiterhäuser in Beberbeck Archivfoto: Temme

Beberbeck. Das Land Hessen droht den Mietern der Landarbeiterhäuser in Beberbeck mit einer Räumungsklage. Außerdem werden den Bewohnern 3000 Euro angeboten, wenn sie ausziehen.

Ein entsprechendes Schreiben haben sie vom Anwalt der Domänenverwaltung erhalten.

Dies ist offenbar hinter dem Rücken von Hofgeismars Bürgermeister Markus Mannsbarth geschehen, der erst kürzlich mit Vertretern des Umweltministeriums über mögliche Lösungen für die Mieter und den Erhalt von Beberbeck beraten hatte. „Ich wusste vorher nichts von diesem Schreiben und bin sehr verwundert.“ Die Stadt müsse sich jetzt umgehend mit dem Ministerium in Verbindung setzen. Bei bisherigen Gesprächen mit dem Land ging es zum Beispiel um einen Wechsel der Häuserverwaltung und einen möglichen Verkauf an die Mieter. „Es wird aber alles noch geprüft, nichts davon ist spruchreif“, betonte Mannsbarth.

Die sieben Bewohner der Landarbeiterhäuser hatten im vergangenen Jahr die Kündigungen ihrer Mietverhältnisse erhalten und sollen sich bis Mitte 2016 neue Bleiben suchen. Die Hessische Staatsdomäne Beberbeck hatte den Abriss der Häuser beantragt, weil die Gebäude in einem schlechten Zustand seien und sich eine Sanierung nicht mehr lohne. Die Mieter akzeptieren das nicht und haben Widerspruch gegen die Kündigungen eingelegt. Deshalb will die Domäne ihren Auszug nun gerichtlich erzwingen.

„Wir gehen fest davon aus, dass die Kündigungen einer gerichtlichen Überprüfung standhalten wird“, heißt es in dem Anwaltsschreiben. „Ist es unumgänglich, Räumungsklage zu erheben, wird es nicht mehr zu einem Angebot einer Abstandszahlung kommen.“ Die Bewohner wollen weiter für ihr Zuhause kämpfen. Einer Mieterin wurde der Streit jedoch zuviel. Sie zieht zum 31. März aus. Das Land war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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