Noch keine Einigung in Sicht

Mieter fordern von Stadt und Land Antworten im Beberbeck-Streit

Hofgeismar. Den Beberbeckern reicht es: Die Bewohner der Landarbeiterhäuser im kleinsten Stadtteil Hofgeismars wollen nun endlich wissen, wie es mit ihren Behausungen weitergeht.

Die Kündigungen der Mietverträge hatten sie bereits im vergangenen Jahr erhalten. Demnach sollten die Bewohner bis Ende Mai 2016 ausziehen. Der Grund: Die Domänenverwaltung will die Gebäude abreißen, weil sich eine Sanierung wirtschaftlich nicht mehr lohne und dies die einzige Möglichkeit sei, finanzielle Nachteile abzuwenden.

Nachdem die Kündigungen ausgesprochen waren, kam Bewegung in den Beberbeck-Streit. Die Stadt Hofgeismar verhandelte mit dem Land als Eigentümer über verschiedene Möglichkeiten, die Häuser zu retten, der Landkreis Kassel verbot den Abriss der Häuser aus Denkmalschutzgründen.

Bewohner wollen nicht ausziehen

Seit einiger Zeit ist es nun ruhig geworden um Beberbeck und seine drei übrig gebliebenen Bewohner. Das ist aber genau das, was die Mieter nicht wollen. „Wir verlangen Antworten“, sagt Ingolf Reuß. Er und die beiden anderen Bewohner eines Nachbarhauses wollen unbedingt in den Gebäuden bleiben. „Selbst wenn die Kündigung vollstreckt wird, klagen wir dagegen bis zur letzten Instanz.“ Der Schwebezustand, in dem sich die Mieter befinden, sei nicht zumutbar. Sie könnten sich vorstellen, die Häuser zu kaufen oder zu pachten.

Die Zukunft von Beberbeck stehe und falle mit der Kooperationsbereitschaft des Landes Hessen, sagt Hofgeismars Bürgermeister Markus Mannsbarth. Der Stadt selbst seien die Hände gebunden, weil die Häuser dem Land gehören. Ein Versuch, die Zuständigkeiten in Form einer Verwaltungsvereinbarung neu zu regeln, ist gescheitert. Der Grund: Die Bedingungen des Landes seien für Hofgeismar unerfüllbar, zum Beispiel sollte die Stadt die Häuser sanieren. 

Gerücht um ein Pferdegestüt

Das Land Hessen hat nach Aussage einer Sprecherin Möglichkeiten in Bezug auf den Erhalt der Häuser geprüft. Ein Verkauf komme nicht in Frage, da der landwirtschaftliche Betrieb durch Wohnnutzung und mögliche Konflikte zwischen Eigentümern und landwirtschaftlichem Betrieb nicht gefährdet werden solle. Die Stadt prüfe nun, ob es eine Lösung gibt. In der Zwischenzeit werde es keine Aktivitäten bezüglich des Auszugs der Mieter geben.

Zu einem Gerücht um ein Pferdegestüt in Beberbeck sagt Bürgermeister Mannsbarth: „Es gibt immer wieder Ideen von verschiedenen Stellen.“ Er wisse aber von nichts Konkretem, das in Planung sei.

Rubriklistenbild: © Ziemann

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