Empörung über Vorgehen des Regierungspräsidiums

Behörde genehmigt Windkraftanlage an der Friedenseiche bei Hombressen

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Soll eine Windkraftanlage als Nachbarn bekommen: Die 1871 nach dem Deutsch-Französischen Krieg als Friedens-, aber auch Siegessymbol gepflanzte Friedenseiche bei Hombressen. Bei gutem Wetter ist sie sogar vom Kasseler Herkules aus zu sehen.

Hombressen. Das Regierungspräsidium Kassel hat den Bau einer Windkraftanlage bei Hombressen (Kreis Kassel) genehmigt. Das 184 Meter hohe Windrad soll trotz vieler Proteste in der Nähe des Hombresser Wahrzeichens, der Friedenseiche, gebaut werden.

Die Genehmigung stößt beim Landkreis Kassel und der Stadt Hofgeismar, die den Standort abgelehnt hatten, auf heftige Kritik. Die Stadt prüft jetzt rechtliche Schritte gegen die Genehmigung.

„Wir sind mit dieser Entscheidung nicht einverstanden und haben dies im Vorfeld auch klar und deutlich zum Ausdruck gebracht“, betonen Landrat Uwe Schmidt und Vizelandrätin Susanne Selbert. Die Untere Bauaufsichtsbehörde des Landkreises hatte in ihrer Beurteilung zur geplanten Windkraftanlage „die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Genehmigung für nicht erfüllt gesehen“. Über dieses Votum und eine ablehnende Haltung der Stadt Hofgeismar habe sich das für die Genehmigung zuständige Regierungspräsidium jetzt hinweggesetzt, erklärten Schmidt und Selbert.

Der Kreis lehnt die Anlage ab, da er den 1000-Meter-Abstand zur Ortslage verletzt sieht und „die Beeinträchtigung des Ortsbildes vor dem Hintergrund der Bedeutung der Friedenseiche als nicht hinnehmbar betrachtet“. Eine von der Stadt Hofgeismar erlassene Veränderungssperre erklärte der RP aber als nicht zulässig, auch die Unterschreitung der 1000-Meter-Grenze wurde nicht anerkannt.

Landrat Schmidt und seine Stellvertreterin Selbert sagten dazu, dass die Genehmigung durch das Regierungspräsidium zeige, dass es in diesem Fall die Interessen eines Investors über die Interessen der Öffentlichkeit gestellt habe.

Hofgeismars Bürgermeister Markus Mannsbarth sagte, dass sich anhand der Genehmigung nun leicht beweisen lasse, dass der Abstand von 1000 Metern klar unterschritten sei.

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Hier finden Sie einen Kommentar zu dem Thema von Marcus Janz.

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