Pläne für neun Windkraftanlagen bei Hombressen

Bemühen um Gespräche über Windräder

Nicht mein Acker: Landwirt Günter Friedrich wehrt sich gegen Aussagen, dass er Land bereitgestellt hätte. Die Pflöcke auf dem Nachbarflurstück nahe der Friedenseiche (hinten) markieren seit wenigen Tagen den voraussichtlichen Fundamentstandort der Anlage 06 für Bodenuntersuchungen. Die erfolgen an allen geplanten Standorten.
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Nicht mein Acker: Landwirt Günter Friedrich wehrt sich gegen Aussagen, dass er Land bereitgestellt hätte. Die Pflöcke auf dem Nachbarflurstück nahe der Friedenseiche (hinten) markieren seit wenigen Tagen den voraussichtlichen Fundamentstandort der Anlage 06 für Bodenuntersuchungen. Die erfolgen an allen geplanten Standorten.

Die Debatten um die neun geplanten Windkraftanlagen bei Hombressen halten an und bewegen die Planer ebenso wie die Bürgerinitiative, die die Anlagen nahe der Friedenseiche verhindern will.

Vorwürfe, dass mit Unwahrheiten verhandelt wurde und unterschiedliche Ansichten über zulässige Bauvorhaben auf dem Warthübel sind ebenso Thema wie die Verhandlungen, wie die Transportwege zu den Baustellen verlaufen werden. Erst vor wenigern Tagen gab es ein Video-Gespräch der Planer Ralf Paschold (Windkraft-Kontor Grebenstein) und Frederic Elmiger (Projektgruppenleiter der UKA Meißen/Außenstelle Bielefeld) mit Hofgeismars Bürgermeister Torben Busse und Bauamtsleiter Dirk Lindemann. Man habe die Vorstellungen der Planer „zur Kenntnis genommen“, erklärte Busse dazu. Thema war auch die Planung der drei möglichen Zufahrten für die jeweils 300 Lkw je Anlage zu den Baustellen. Für die nördlichen Freiland-Anlagen 01 und 06 wünscht sich der Energieparkentwickler UKA eine Anbindung von der Beberbecker Allee. Während das Wegstück durch den Hessischen Forst wohl kein Problem sei, fehle am Ende noch ein Graswegstück am Waldrand, das der Stadt gehört. „Wenn wir stattdessen durch Carlsdorf und Hombressen fahren müssten, das würde die Bürger ganz schön belasten“, beschreibt Elmiger die Alternative.

Unterschiedliche Ansichten gibt es auch über die Auswirkungen des 2018 in Kraft getretenen Bebauungsplanes Nummer 61 „Warthübel“, der den Bereich rund um das Hombresser Wahrzeichen Friedenseiche von höherer Bebauung freihalten soll. Bei der Stadt ist man sicher, dass der Bebauungsplan (anders als bei dem zu Hessen Forst gehörenden Waldgebiet) in der offenen Gemarkung keinen Raum für den Bau von Windrädern lässt. Bei der UKA sieht man in diesen Regelungen aber kein Problem und hofft, dass die Baugenehmigung Anfang 2022 vorliegen könnte. Zu den exakten Koordinaten der geplanten Standorte sagte Frederic Elmiger, dass es im Verfahren bis zur endgültigen Inbetriebnahme einer Anlage immer noch zu einer Verschiebung kommen könne. Das ist beispielsweise bei der Anlage 06 schon geschehen, die nun wegen fehlender Nutzungsrechte etwas weiter nördlich als ursprünglich geplant entstehen soll.

Einer der Betroffenen ist Landwirt Günter Friedrich. Er wehrt sich gegen Vorwürfe im Ort, dass er ein Grundstück für den Windradbau überlassen habe. „Das stimmt nicht. Das wollte ich zwar, aber als ich gesehen habe, wie UKA verhandelt, bin ich abgesprungen“, berichtet er unserer Zeitung. Ab 2016 zunächst mündlich verhandelte Leistungen, etwa zum Rückbau, zur Bürgerbeteiligung oder Gewerbesteuerzahlung, seien in den Verträgen nicht mehr aufgetaucht. Anderen Grundeigentümern sei zudem erzählt worden, er hätte unterschrieben, sodass die es dann ebenfalls taten, kritisiert Friedrich.

Frederic Elmiger, der erst später das Projekt übernahm, will zu einzelnen Personen oder Verhandlungsinhalten keine Stellungnahme abgeben. Auch den Vorwurf, UKA habe zu wenig Bürgerinformation betrieben (wir berichteten), weist er zurück. Man habe in Geschäften und mit Handzetteln für die Infotage im Dorfgemeinschaftshaus Hombressen geworben. Selbst die BI sei vertreten gewesen. Elmiger beklagt seinerseits, dass man seit zwei Jahren versuche, mit der Stadt ins Gespräch zu kommen, um den Gremien unter anderem die finanziellen Vorteile der Windkraft für die Stadt zu erläutern.

Die Stadt Hofgeismar ist jedoch gegen Windkraft im Wald und rund um die Friedenseiche. Im Gegenzug wurden vor fast zehn Jahren Windräder im Stadtwald am Heuberg forciert, der Bau ist aber noch fraglich. (Thomas Thiele)

Bei Hombressen sind vier Windräder im Wald und fünf im offenen Gelände geplant. Für die Anlieferung des Baumaterials sind mehrere Trassen im Gespräch. Die Standorte für die Windräder haben sich die Planer durch Nutzungsverträge gesichert. Das Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidium Kassel läuft noch.

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