Sie starten mit vier Autoklassikern

Benzin im Blut: Familie Joswig aus Hofgeismar startet bei Flugplatzrennen

Familie Joswig mit Autoklassikern
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Drei Generationen der Hofgeismarer Familie Joswig begeistern sich für klassische Autos: Joleen (links) und Marvin (rechts) sind die jüngsten im Rennen. Ihr Vater Michael (2. von rechts, sein Bruder Holger fehlt im Foto) befasst sich beruflich mit Autos, Senior Axel Joswig fuhr schon vor Jahrzehnten Rennen und holte Preise.

Aus Hofgeismar geht eine ganze Familie mit drei Generationen und vier Autos beim Motor Classic Weekend in Thüringen an den Start.

Hofgeismar - „Es kann schon mal passieren, dass ein Opel einen Porsche überholt. Dann gehts nicht so sehr um PS, sondern um das richtige Gefühl im Hintern, wenns durch die Kurven geht“, meint Michael Joswig und schmunzelt. Der 53-jährige Kfz-Meister und Mitinhaber der gleichnamigen Tankstelle und Kfz-Werkstatt in Hofgeismar hat, wie die gesamte Joswig-Familie, sprichwörtliches Benzin im Blut.

Alles dreht sich um Autos

Er erlebte schon als Kind mit, wie sich in der Werkstatt seines Vaters Axel Joswig (jetzt 78) alles um Autos drehte. Dieser hatte ab Ende der 1960er Jahre bei Rundstreckenrennen etwa auf dem Nürburgring und dem Hockenheimring etliche Pokale gewonnen. Auf Letzterem stellte er mit seinem Fiat Abarth 850 TC einen Rundenrekord seiner Klasse auf, der mit 149,5 km/h bis heute gilt, weil der Ring später umgebaut wurde.

Der Fiat 600 von Holger Joswig. Neben dem Auto steht Axel Joswig, der mit einem Fiat Abarth schon 1969 Rennen fuhr.

Michael Joswig fährt unter anderem einen Opel Kadett B. Mit einem solchen Modell hatte sein Vater 1967/68 seine ersten Rennen gefahren, wobei der Wagen sich letztlich überschlug und ein frühes Ende fand.

Dergleichen soll bei der jetzigen Klassikveranstaltung nicht passieren. Da geht es nicht um Schnelligkeit, sondern die Freude, die mühsam erhaltenen und restaurierten Fahrzeuge auf abgesperrtem Gelände wieder einmal zu bewegen und vor allem den Zuschauern vorzuführen.

Opel Ascona C von Michael Joswig

Am Wochenende steuert Michael Joswig einen Ascona C, der keine Straßenzulassung besitzt, sondern den er sportlich optimiert und umgebaut hat.

In der Werkstatt aufgewachsen

Eine Straßenzulassung hat dagegen, auch wenn es durch Umbauten anders scheint, der Opel Manta B seines Sohnes Marvin (22), der ebenfalls in der Autowerkstatt groß geworden ist und im Juni seine Prüfung zum Kfz-Mechatroniker-Meister bestanden hat. Ihm gefallen die klassischen Autos besser als die neuen, „weil sie besser aussehen und Heckantrieb mehr Spaß macht.“ Er hat viel Arbeit in den 1983 gebauten Wagen gesteckt. Allein der Austausch des defekten ursprünglichen Motors hat ein Dreivierteljahr gedauert, auch, weil der verbastelte Kabelbaum komplett erneuert werden musste.

Opel Manta B von Marvin Joswig

Den roten Rallye-Opel Kadett fährt diesmal Tochter Joleen (19), die ihren Führerschein schon mit 16 Jahren in Amerika machte, in Calden schon mitfuhr und schon lange darauf hofft, nun endlich selbst das Steuer in der Hand zu halten. Künftig vielleicht auch mit einem eigenen Auto. Ihr Traumwagen ist ein alter VW Käfer.

Opel Kadett B mit Joleen Joswig

Drei Tage Classic Motor Weekend

Weil das 2017 wiederbelebte Flugplatzrennen in Calden einmal wegen Corona abgesagt wurde und nun wegen der als Parkplatz genutzten Startbahn nicht stattfinden kann, wurde die Veranstaltung komplett verlegt. Sie findet nun als „Classic Motor Weekend“ vom 20. bis 22. August auf dem 120 Kilometer entfernten Flugplatz in Schlotheim bei Mühlhausen (Thüringen) statt. Es sind bereits rund 200 Fahrzeuge angemeldet. Gefahren wird am Freitag ab 14 Uhr, am Samstag und Sonntag jeweils von 8 Uhr bis 19 bzw. 16.45 Uhr in über einem Dutzend Klassen für Motorräder und Autos. Der Eintritt (Maskenpflicht) kostet Freitag 5 Euro, Samstag/Sonntag 10 Euro (bis 14 Jahre frei). (Thomas Thiele) Info: www.automobiles-kulturgut.org

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