Mehr Probleme mit Alkohol und Glücksspiel

Beratung des Diakonischen Werks im Kreisteil Hofgeismar stärker gefragt

Drei Mitarbeiterinnen des Diakonischen Werks stehen vor dem neuen Diakonie-Büro in Hofgeismar.
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Vor dem neuen Büro des Diakonisches Werks in Hofgeismar: (von links) Dorothea Gebauer(Hospizdienst Hofgeismar), Anna Kubetzek (Sucht- und Sozialtherapie), Anke Schäfer (Kirchliche Allgemine Sozial- und Lebensberatung)

Die Beratungsangebote des Diakonischen Werks sind in der Corona-Pandemie stärker gefragt als zuvor. Viele Menschen haben Probleme infolge der Einschränkungen.

Hofgeismar– Die Folgen der Corona-Pandemie sind seit nun eineinhalb Jahren spürbar. Nicht nur die physische Gesundheit jedes Einzelnen ist gefährdet. Durch den fehlenden Kontakt und die Einschränkungen gibt es auch mehr Menschen, die psychische Probleme haben oder mit ihrer Lebenssituation überfordert sind und Beratungsstellen aufsuchen.

Gerade im Zusammenhang mit Suchtmitteln gab es seit 2020 vermehrt Probleme. Das berichtet Anna Kubetzek, Sozialarbeiterin vom Diakonischen Werk.

„Die Corona-Pandemie trifft suchtmittelgefährdete und abhängige Menschen besonders“, sagt auch Landrat Andreas Siebert. Suchtmittel, beispielsweise Alkohol, dienten als Kompensation für die Belastungen. Alternative Angebote wie der Gang ins Sportstudio oder Selbsthilfegruppen konnten nicht wie gewohnt stattfinden.

13 Prozent mehr Beratungen

228 Menschen aus dem Kreis Kassel wurden 2020 erstmals beim Diakonischen Werk beraten. Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent. In den vier Beratungsstellen des Diakonischen Werks Region Kassel (Hofgeismar, Lohfelden, Wolfhagen und Baunatal) gab es 1182 Beratungen. Am häufigsten wurden Menschen bei Alkoholproblemen beraten, gefolgt von Gesprächen für Menschen mit Glückspielproblemen, informiert Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises Kassel. Zugenommen habe auch die Zahl der Beratungen für Männer mit Migrationshintergrund von 15 im Jahr 2019 auf 42 im Jahr 2020.

Nun werden fünf soziale Einrichtungen im Landkreis in diesem Jahr mit einem Kreiszuschuss in Höhe von 63 600 Euro unterstützt, unter anderem die Zweigstelle des Diakonischen Werks in Hofgeismar. Auch dort musste man sich mit den besonderen Problemen arrangieren.

Wo es sonst offene Sprechstunden gab, zu denen man einfach erscheinen konnte, mussten Betroffene nun erst einen telefonischen Termin vereinbaren. Zeitweise mussten Wartelisten geführt werden, weil die Mitarbeiter einfach nicht nachkamen. „Das gab es noch nie“, erklärt Anna Kubetzek die schwierige Situation. (Clara Pinto)

Beratungsstellen in Hofgeismar

Zur Zweigstelle Hofgeismar des Diakonischen Werks gehören mehrere Stellen für vielseitige Anliegen: das Zentrum für Sucht- und Sozialtherapie, die Kirchliche Allgemeine Sozial- und Lebensberatung, an die man sich mit jedem Problem wenden kann. Auch der Hospizdienst, die Schuldner- und Insolvenzberatung, die Tafel und der Tagestreff Kanapee, der Menschen in Wohnungsnot oder einer prekären Lebenslage eine Aufenthaltsstätte bietet, gehören dazu.

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