Interessenten für Gasthaus gesucht

Besitzer ziehen die Reißleine: Hotelprojekt in Hofgeismar ist gescheitert

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Geplatzt: Das erste Projekt zur Erneuerung des Gasthauses Reitz in Schöneberg ist gescheitert. Die Besitzer, die ein anderes Objekt gefunden haben, führen bereits Gespräche mit Kaufinteressenten. Die Schöneberger Bürger bangen nun darum, wie es weitergeht. Das Foto entstand während der letzten Öffnungstage des Gasthauses im Dezember 2015. 

Schöneberg. Das Kongress- und Eventhotel mitten im Hofgeismarer Stadtteil Schöneberg, dessen Bau eigentlich schon hätte beginnen sollen, kommt nun doch nicht.

Die Kosten überstiegen die selbst gesteckte Obergrenze der neuen Besitzer, die jetzt die Reißleine zogen.

Die Besitzer haben sich entschieden, ihr Geld in ein Kongresshotel mit angeschlossener Oldtimer-Auto-Betreuung in der Nähe von Köln zu investieren, das aus Altersgründen abgegeben wird und quasi ohne Zusatzkosten betriebsfertig ist. 

In Schöneberg hätte das Unternehmerehepaar, das sich von seinen bisherigen Unternehmen trennt und den Erlös neu investieren will, fünf Millionen Euro in das Hotel mit umfangreichen Um- und Neubauten gesteckt. Doch die Angebote der Handwerker trieben die Kosten auf fast 8 Mio. Euro hoch. Nur zwei Unternehmen hätten gleich belastbare Angebote abgegeben, etliche hatten wegen der guten Auftragslage gar nicht geantwortet oder taktisch überhöhte Preise angegeben, klagt der Unternehmer. 

Zwar wurde noch versucht, durch Verkleinerung der Gebäude und Umplanungen die Kosten zu senken, doch in dieser Phase meldeten sich die Besitzer des anderen Objektes in Nordrhein-Westfalen, die sie schon seit längerem kennen. „Das ist mit unserem Budget vereinbar und vor allem ist es schon fertig. Wir werden eben umziehen müssen“, sagte der 59-Jährige am Dienstag.

Das Gasthaus Reitz und den benachbarten Bauernhof Reitz in Schöneberg werden die Eigner nun wieder verkaufen und sie gaben sich gegenüber unserer Redaktion optimistisch: „Wir verhandeln mit mehreren Interessenten.“

Der Ortsbeirat Schöneberg hat unterdessen am Dienstagabend in einer inoffiziellen Sitzung die Lage bewertet. Er unterstrich, dass er die Suche nach einer neuen Nutzung „sehr gerne unterstütze“, wie es der stellvertretende Ortsbeiratsvorsitzende Walter Grebing formulierte. Es gibt auch schon Ideen wie etwa die Einrichtung einer Frühstückspension oder eines Hofladens im Gasthaus. Doch alles ist mit Kosten – unter anderem wegen der Brandschutzauflagen – verbunden.

Vermeiden wollen die Schöneberger auf alle Fälle, dass aus dem Traditionsgasthaus eine Billigunterkunft zum schnellen Geldverdienen wird. Und beim Bauernhaus, dessen Substanz der Besitzer als gut bezeichnet, befürchten die Schöneberger, dass es ungenutzt zu einer Ruine werden könnte. Dem würden einige am liebsten durch Abriss und den Neubau eines Feuerwehrhauses an dieser Stelle begegnen. Doch der ist bereits für den Standort am Denkmal beim Spielplatz genehmigt.

Zumindest das im Gasthaus eingemietete Kosmetikstudio Hellwig kann weiterarbeiten bis mindestens Ende 2017.

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