Warnung vor versteckten Kosten 

Bestatter aus der Region bekommen Konkurrenz aus dem Internet

Hofgeismar. Die Bestatter in der Region bekommen zunehmend Konkurrenz aus dem Internet. Online-Anbieter machen Druck auf die Preise.

Viele Bestatter können es sich nicht erklären, wie die Konkurrenz aus dem Netz ihre Dienste schon für 800 Euro anbieten kann. Das gehe nur durch Verzicht auf wichtige Elemente, die dann zusätzlich bezahlt werden müssen, sagen die ansässigen Bestatter.

Online-Bestatter bieten Feuerbestattungen zu diesen Kampfpreisen – in Großstädten sogar unter 500 Euro – an. Doch alleine das Krematorium koste durchschnittlich 300 Euro, rechnen Unternehmen aus Hofgeismar vor, die ihren Namen aber nicht nennen wollen. Diese verlangen mindestens 1300 Euro für eine Feuerbestattung mit anonymer Beisetzung und halten Preise unter 1000 Euro für unrealistisch. „In solchen Angeboten stecken viele versteckte Kosten drin, die dann zusätzlich bezahlt werden müssen“, sagt eine hiesige Bestatterin.

Doch wie geht das? Der Vorsitzende des Bestatterverbandes Hessen, Dominik Kracheletz (Kassel) sagt, dass nur das Nötigste gemacht werde: „Bei den Kampfpreisen ist häufig nur ein Transport zu einem Krematorium mit dabei und der Rücktransport der Asche.“ Das Krematorium könnten sich die Kunden nicht selbst aussuchen. Zudem würden Sammelabholungen der Särge gemacht. Auch bei anstehenden Behördengängen werde gespart. Diese seien aber bei konventionellen Bestattern so üblich und im Preis mit inbegriffen.

So ist der Online-Bestatter für eine echte Beisetzung mit Trauerfeier keine Alternative. Einen Trend hin zu diesen soll es ohnehin nicht geben, sagt Kracheletz: „Der Marktanteil hat sich über die letzten Jahren nicht verändert. Aber viele Kunden sehen die günstigen Preise im Internet und fragen lokale Unternehmen, ob diese das auch so günstig machen können. Das ist jedoch nicht möglich.“ 


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Rubriklistenbild: © HNA

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