„Das kann doch nicht so schwer sein“

Hümme: Fünfte  Schlammlawine in einem Jahr - Betroffene hoffen endlich auf Hilfe von Hessen Mobil

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Wenn es stark regnet, müssen sie schnell sein: Jürgen Eckart und Thomas Wieners entfernen bei Schlamm den Gullydeckel, damit er abfließen kann.

Das Unwetter vom Dienstagabend hatte Hofgeismars Ortsteil Hümme fest im Griff. Ein Unternehmer wurden zum fünften Mal in diesem Jahr von Schlammmassen überrascht.

Viele Einsatzkräfte der Feuerwehr hatten bis in die frühen Morgenstunden damit zu tun, die Straßen von dem Schlamm, der wie eine Lawine in das Dorf eingefallen war, zu befreien.

Jürgen Eckart, Unternehmer aus Hümme, ist einer, der von den Matschmassen betroffen war. „Drei bis zehn Zentimeter hoch war der Schlamm vor meinem Geschäftshaus“, sagt der 58-Jährige. Das Schlimme daran: Es ist nicht das erste Mal, dass er gegen den Schlick ankämpfen musste. „Das ist in diesem Jahr bereits das fünfte Mal. Ich bin es leid“, so Eckart.

Am Mittwochabend waren Gewitter über Nordhessen gezogen und über Hümme ging ein Starkregen herunter, der eine Schlammlawine in den Ort gespült hatte.

Mitarbeiter sind große Hilfe

Vor seinem Grundstück befindet sich ein Einlauf, der ab einer bestimmten Wassermenge vollläuft. „Das Wasser und der Schlamm laufen von den angrenzenden Feldern runter und das teilweise in einem hohen Tempo“, sagt Eckart. Problematisch wird es dann, wenn sich zusätzlich vor dem Einlauf Pflanzen wie die Wurzeln und Reste von Maisstauden festsetzen und somit die Öffnung blockieren. „Dann schießt der Dreck auf die Straße und dringt, wenn es ganz schlimm kommt, in die Häuser.“

Wenn sich in diesem Ablauf Wasser und Schlamm stauen, wird die ganze Straße überflutet.

Ohne seine Mitarbeiter, die nachts vorbeikämen, um ihren Chef und die Feuerwehr bei der Beseitigung zu unterstützen, wäre es schwierig, gibt Eckart zu. In einer Halle seines Unternehmens hat er zwei Kärcher stehen, die dann in solchen Situationen zum Einsatz kommen. Außerdem gibt es eine Notfallecke, wie Eckart sie nennt. „Hier befindet sich eine Warnweste, einen Haken, mit dem Gullydeckel entfernt werden können und noch weitere Dinge“, erklärt Produktionsleiter Thomas Wieners.

Stadt Hofgeismar hat schon geholfen

Diese Ecke habe ihnen bei den vergangenen Schlammlawinen geholfen. Und auch die roten Punkte am Haus, haben sich laut Wieners schon bewährt: „Wenn hier richtige Matschmassen sind, können wir die Gullys nicht mehr sehen. Die roten Markierungen helfen uns diese zu finden.“

Eckart hofft nun auf die Hilfe von Hessen Mobil. Viermal habe er der Verwaltungsbehörde versucht klar zu machen, dass etwas getan werden müsse. „Jetzt haben wir endlich einen Termin und hoffen auf eine schnelle und effektive Lösung“, sagt er. 

Die Stadt Hofgeismar hatte dem Unternehmer schon geholfen und einen größeren Ablauf vor das Gebäude an der Bremer Landstraße installiert. „Das ist eine Hilfe, aber leider reicht es nicht. Die Straßenmeisterei soll sich um einen gescheiten Ablauf kümmern – das kann doch nicht so schwer sein“, so Eckart.

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