Festival zeigt über 40 Objekte

Bewegter Wind: Kunst weht bei Hümme und Liebenau

Ein Besucher der Kunstausstellung fotografiert mit seinem Handy Masken, die an langen Leinen am Diemelufer bei Ostheim aufgehängt wurden.
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Masken verändern unser Leben: Stoffexemplare mit Aufschriften finden sich an langen Leinen am Diemelufer bei Ostheim. Hier nimmt Besucher Hans-Joachim Nölke ein Erinnerungsfoto auf.

Die Freiluftgalerien sind eröffnet: An zwei landschaftlich reizvollen Standorten lädt das zehnte nordhessische Windkunstfestival „Bewegter Wind“ zum Besuch ein.

Hofgeismar/Liebenau - Gut 40 Kunstwerke unter dem Motto „Change“ präsentiert der internationale Ideenwettbewerb bis zum 29. August am Kramberg zwischen Hofgeismar und Hümme sowie in der Diemelaue bei Ostheim. Die Ausstellung mit Objekten und Installationen ist rund um die Uhr frei zugänglich. Sie will in der freien Natur zur Auseinandersetzung mit verschiedenen Aspekten weltumspannenden Wandels einladen.

Den Gedanken, themenorientierte Kunstwerke und Landschaft ineinander verschmelzen zu lassen, realisierte Kuratorin Reta Reinl (Lichtenfels, Kreis Waldeck-Frankenberg) erstmals 2004. Credo der Festivalreihe „Bewegter Wind“ an wechselnden Veranstaltungsorten ist, Menschen und Dinge in Bewegung zu bringen und dabei neue gedankliche Ansätze zu initiieren. Internationalität spielt bei dem Festival in der Trägerschaft des Vereins zur Förderung der Windkunst und interkultureller Kommunikation eine bedeutende Rolle. Die aktuell gezeigten Kunstwerke stammen aus europäischen Nachbarländern ebenso wie aus Brasilien und Asien. Unter den in Deutschland ansässigen Künstlern kommen mehrere aus der unmittelbaren Umgebung.

Corona erschwerte Organisation

Den zweijährigen Veranstaltungsturnus durchbrach der Pandemiebeginn im vergangenen Jahr, als der zehnte Veranstaltungsgeburtstag hätte gefeiert werden können. Das wurde jetzt, einschränkungsbedingt in bescheidenerem Umfang, nachgeholt. Auch wenn die Zahl der Kunstwerke ebenso wie die der zur Eröffnung angereisten Künstler geringer ausfiel als in der Vor-Corona-Zeit, zeigte sich Kuratorin Reinl doch glücklich, dass der internationale Kunstwettbewerb trotz der schwierigen Umstände ausgerichtet werden konnte.

Mit Weitblick: Der Kramberg zwischen Hofgeismar und Hümme bietet eine faszinierende Aussicht. Das Naturerlebnis ist gepaart mit dem Erleben von Kunstobjekten wie hier die Riesensicherheitsnadel „Losgelöst“, im Hintergrund das wolkenähnliche Werk „For Us All“. Zur Eröffnung kam auch Helga Gorres aus Calden.

Zum Zeitpunkt der Ausschreibung Ende 2019 hatten die Initiatoren bei dem von ihnen ausgewählten Motto „Change?!“ (Wandel) vor allem die Klimakrise im Sinn. Die Pandemie füllte das Thema mit zusätzlichen Inhalten: Bei einem Teil der Arbeiten geht es jetzt auch um Anstöße zu gesellschaftspolitischen Veränderungen. Reta Reinl sieht, wie sie sagte, dringenden Bedarf, über Wandel nachzudenken und zu sprechen. Sie ist überzeugt: „Kunst ist Kommunikation und setzt etwas in Bewegung, sie gibt neue Anstöße und ändert Ansichten.“

Das zehnte Windkunstfestival: Kuratorin Rena Reinl freut sich über den runden Geburtstag des Wettbewerbs.

Die Preisverleihung des Wettbewerbs nach dem Votum einer dreiköpfigen Jury aus Kunstfachleuten ist wieder für den letzten Ausstellungstag geplant. Nach der Eröffnung bei Hofgeismar wird der Abschluss in Ost-heim stattfinden. 7000 Euro Preisgeld sind ausgelobt. Zu den finanziellen Förderern kommen etliche weitere Unterstützer bei der Ausrichtung des Festivals hinzu.

Anfahrt und Führungen

Anfahrt und Führungen: Der Hofgeismarer Teil der Ausstellung ist über die alte Hümmer Landstraße zwischen Hofgeismar und Hümme erreichbar. Parkmöglichkeiten neben dem Haus Schießbach 5. Von dort geht es steil bergauf auf  den Kramberg. In Ostheim geht es über die Diemelbrücke am Schwiemelkopf. Gruppenführungen auf Anfrage unter Tel. 0 64 54/14 45 und mail@bewegter-wind.de. (Dorina Binienda-Beer)

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