Blick hinter die Kulissen: Schüler zu Besuch im Staatstheater

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Kopfarbeit: Theaterpädagoge Thomas Hof zeigt eines der Holzmodelle, anhand derer Perücken angefertigt werden.

Hofgeismar/Kassel. Wie stellt man Blut und prächtige Perücken her? Das und und mehr erfuhren Käthe-Kollwitz-Schüler hinter den Kulissen des Staatstheaters. 

Strahlend begrüßt Theaterpädagoge Thomas Hof die kleine Gruppe im Foyer des Kasseler Staatstheaters. Die Klasse M2a der Käthe-Kollwitz-Schule Hofgeismar wartet gespannt darauf, bei einer Theaterführung einen Blick hinter die Kulissen des Theaters werfen zu können. Nachdem alle ihre Jacken aufgehängt haben, geht es schon los.

„Jetzt wird es spannend. Bis hierhin kommen alle Besucher, aber ihr seid ja Spezialgäste“, verkündet Hof und öffnet eine Tür, hinter der das Theaterleben beginnt. Im Bereich neben der Bühne können die Schüler den Aufbau des Bühnenbildes und die Konstruktion der Scheinwerfer unter der Decke sehen. Die nächste Probe steht kurz bevor. Kabel werden verlegt, Scheinwerfer getestet und im Hintergrund stimmt sich der Pianist auf seinen Part ein.

Hof zeigt den Kindern die Theatermesser. Die speziell präparierten Messer sehen zwar gefährlich aus, wurden aber stumpf gemacht, damit sich die Schauspieler nicht verletzen. Um sich selbst davon zu überzeugen, dürfen die Kinder die Klinge anfassen.

Ein Stockwerk höher befinden sich die Maskenräume. In den Regalen stehen Holzköpfe, sie sind maßgefertigte Kopfmodelle der Schauspieler, an denen Perücken und Masken angepasst werden. „Für die Perücken benutzen wir Echthaar. Das kann man ganz normal waschen und frisieren, so wie eure Haare“, erklärt er. Die Schüler sind sich einig, hier wollen alle am liebsten arbeiten.

Spannender Tag: Theaterpädagoge Thomas Hof und Referendarin Deborah Hartmann (hintere Reihe, von links) mit Luisa, Marcel, Vitali, Daron, Jonas und Joanna. Jonas hält das neue Klassenmaskottchen, das Rumpelwichtbaby, in der Hand. 

Weiter geht es zur Kostümschneiderei. Dort werden die Kinder schon von Gewandmeister Michael Lehmann erwartet, der für die Kostüme der männlichen Darsteller zuständig ist. Umgeben von Schneiderpuppen und Stoffballen erklärt er den Schülern, wie sein Arbeitsalltag aussieht und was man beim Nähen beachten muss. Die zwölfjährige Joanna ist sofort Feuer und Flamme. „Das kenne ich aus der Näh-AG in der Schule“, ruft sie begeistert. „Wenn du möchtest, kannst du hier gerne auch mal ein Praktikum machen“, bietet der Theaterpädagoge an.

Die letzte Station ist die Requisite. „Wir stellen unser Theaterblut selber her, aber die genaue Zusammensetzung ist geheim“, erklärt Hof. Als Erinnerung dürfen die Kinder eine Requisite mitnehmen, die das Theater nicht mehr braucht und die für die Klasse eine besondere Bedeutung hat: das Rumpelwichtbaby aus dem Weihnachtsmärchen „Ronja Räubertochter“. „Das wird unser neues Klassenmaskottchen“, freuen sich Marcel und Vitali.

Die Theaterführung ist ein Dankeschön an die Klasse. „Wir haben im Dezember „Ronja Räubertochter“ gesehen, nachdem wir das Buch vier Monate lang im Deutschunterricht behandelt haben“, erzählt Referendarin Deborah Hartmann. Es habe in der Inszenierung einige Abwandlungen der Romanvorlage gegeben. „Die Kinder haben daraufhin dem Theater Briefe geschrieben, in denen sie erklärt haben, was sie an der Inszenierung mochten und was nicht“, so die Referendarin. „Ich wollte damit honorieren, dass sie sich so einen Aufwand gemacht haben“, sagt Hof.

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