Heriman und Rogerus

Bronzeskulptur bringt berühmte Mönche zurück nach Helmarshausen

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Der schreibende Heriman und der einen Stichel haltende Rogerus: Ein Gipsmodell der beiden Mönche zeigten Bürgermeister Marcus Dittrich, Karl May (Kirchengemeinde), Kulturstiftungs-Vorsitzender Andreas Siebert und Gerhard Briel (Kirchengemeinde) an der Stelle im Klosterareal, wo die Skulptur im Sommer aufgestellt werden soll.

Im 11. und 12. Jahrhundert war das Benediktinerkloster in Helmarshausen eine der bedeutendsten Kunstwerkstätten Europas. Die Mönche Heriman und Rogerus waren die berühmten Vertreter - nun sollen sie mit einer Statue gewürdigt werden.

Helmarshausen ist einer der geschichts- und kulturträchtigsten Orte Nordhessens. Im 11. und 12. Jahrhundert war das Benediktinerkloster eine der bedeutendsten Kunstwerkstätten Europas. Herausragend waren die Gold- und Silberschmiedekunst sowie die Buchmalkunst.

Die Namen von zwei Mönchen sind untrennbar mit dieser Zeit verbunden. So war Rogerus vermutlich ein Vorsteher der Goldschmiedewerkstatt und Heriman ein Meister im Skriptorium des Klosters. In seiner Ägide ist eine Vielzahl von wunderbar verzierten Evangeliaren entstanden.

Jetzt sollen die beiden Mönche lebensgroß an ihre Wirkungsstätte zurückkehren - als Bronzeskulpturen. Mit dem Werk wurde die Grebensteiner Bildhauerin Karin Bormann-Roth beauftragt. 50 000 Euro sind für das Kunstwerk veranschlagt.

Dem Spendenaufruf der evangelischen Kirchengemeinde sind inzwischen zahlreiche Privatpersonen, Firmen und Institutionen gefolgt. Darunter das Bistum Fulda, die Kasseler Sparkasse, sowie der Städte- und Gemeindebund.

 In dieser Woche hat sich auch die Kulturstiftung des Landkreises Kassel in die lange Liste der Spender eingereiht. Stiftungsvorsitzender und Vize-Landrat Andreas Siebert überreichte den Mitgliedern der Skulptur-Initiative der Kirchengemeinde, Gerhard Briel und Karl May, einen Scheck über 2000 Euro. „Damit haben wir jetzt das Projekt durchfinanziert“, sagte Briel. Nun könne demnächst das Gipsmodell abgenommen werden. Danach werde die Skulptur in einer Gießerei in Münster gegossen. Anlässlich des Jubiläums zum 1075-jährigen Bestehens Helmarshausens soll sie dann im Sommer auf dem Klosterhof aufgestellt werden.

Das Fundament werde der städtische Bauhof erstellen, die Wesersandsteine der Steinmetzbetrieb Spindler beschaffen, sagte Bürgermeister Marcus Dittrich. Durch die Skulptur werde die Bedeutung des Klosters noch einmal hervorgehoben, sagte Dittrich.

Mit der lebensgroßen Skulptur werde bei Einheimischen und Besuchern die Neugier auf die Geschichte des Klosters geweckt, sagte Andreas Siebert und wies darauf hin, dass hier der Eco Pfad Archäologie beginne. Die hier anzutreffende Verbindung von Kunst, Kultur und Natur sei ein Aushängeschild für den Tourismus im Landkreis.

Mönche schufen prachtvolle Schätze

Das Kloster Helmarshausen wurde im 10. Jahrhundert von Benediktinermönchen gegründet. Seine Blütezeit mit damals weit über die Grenzen bekannten Kunstwerkstätten erlebte es im 11. und 12. Jahrhundert. Hier entstanden prachtvolle Evangeliare, Reliquiare, Schreine und Leuchter für Kirchen und Dome. Die beiden berühmten Vertreter ihrer Kunst waren Heriman (Buchmalkunst) und Rogerus (Goldschmiedekunst). Die Schätze aus dieser Epoche sind heute weltweit verteilt. Das Evangeliar Heinrich des Löwen liegt heute in der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel.

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