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Buchen im Reinhardswald leiden unter Trockenstress

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Von: Bernd Schünemann

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Wanderer unterwegs am Dörnberg.
Der Dörnberg ist ein bundesweit bedeutendes Schutzgebiet und ein beliebtes Wander- und Ausflugsziel. © Bea Ricken

Das neue Jahrbuch „Naturschutz in Hessen“ beschäftigt sich mit Klimawandel. Folgen und Ansätze, wie ihm begegnet werden kann, stehen im Mittelpunkt.

Kreis Kassel – Mit dem heißen und trockenen Sommer hat es wieder ein klimatisches Extremereignis gegeben, dass sich in Hessen auf die biologische Vielfalt – und letztlich auf die Lebensqualität der Menschen – auswirkt.

Die Jahrbuch-Autoren blicken auf verschiedenste Aspekte von Natur und Naturschutz in der Region. Unter anderem beleuchten Autoren mehrerer Beiträge die landesweiten Artenhilfsprogramme für eine naturverträgliche Energiewende. „Klima- und Biodiversitätsschutz  dürfen  nicht gegen-einander ausgespielt werden und nur, wenn Konflikte zwischen Energiewende auf der einen sowie Arten- und Lebensraumvielfalt auf der anderen Seite offen benannt werden, können tragfähige Lösungsansätze erzielt werden“, schreibt die Redaktion im Vorwort.

Seit 2003 viele Buchen geschädigt

Infolge der trockenen Sommer haben in unserer Region viele alte Buchen stark gelitten. Das haben drei Mitarbeiter der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt erforscht. Ihre Untersuchung zeige weder ein dramatisches Absterben noch einen negativen Einfluss der Waldbewirtschaftung auf die Sterblichkeitsrate der Buchen. Sie empfehlen, nach trockenen Sommern auf stärkeren Eingriffe in überwiegend geschlossenen Altbeständen zu verzichten. Aber ihre Ergebnisse ermöglichten keine Entwarnung. Denn entscheidend sei nicht nur die Schwere der Dürre, sondern auch deren Häufigkeit. Seit 2003 hätten die Schäden infolge vieler trockener Witterungsphasen zugenommen.

Dörnberg herausragender Lebensraum

Der Dörnberg gilt als eins der wertvollsten Schutzgebiete in Hessen. Seit 2020 ist der Hohe Dörnberg als Nationales Geotop ausgezeichnet. Damit komme ihm eine herausragende Stellung von nationaler Bedeutung zu. Geotop, Naturschutzgebiet und geologisches Denkmal schützten die besondere Ausstattung: Auf kleinem Raum beherbergt der Dörnberg eine Vielzahl schutzwürdiger Naturerscheinungen.

Neben der Artenvielfalt an Orchideen und Enzianen werde dort der Kalkmagerrasen als Lebensraum geschützt. Daneben stehen Zeugen des früheren Vulkanismus wie die Wichtelkirche, die Immelburg und die Helfensteine. Diese bizarren Basaltsäulen lassen heute noch die Aufstiegswege des Magmas erkennen. Sie bilden den Kern des Geotops Hoher Dörnberg. Mit der Auszeichnung als Nationales Geotop werde die öffentliche Wahrnehmung für die Schutzwürdigkeit der unbelebten Natur gestärkt.

Auch die Stromhänge des Reinhardswaldes werden beschrieben. Der Autor beschäftigt sich mit dem Gebiet auch aus menschlicher Anspruchssicht. Seine Bilanz: Der Wald müsse, wo immer möglich, aufgewertet werden. (Bernd Schünemann)

40 Beiträge von 83 Autoren

83 Autorinnen und Autoren haben 40 Beiträge geliefert, die die Redaktion der Nordhessischen Gesellschaft für Naturkunde und Naturwissenschaften zusammengestellt hat.

Das Jahrbuch informiert über verschiedenste Facetten des Naturschutzes in Hessen. Dazu gehört unter anderem die Suche nach seltenen Käferarten im Naturpark Frau-Holle-Land: Im Werra-Meißner-Kreis „erschnüffeln“ speziell ausgebildete Suchhunde Eremiten, eine sehr seltene Käferart. Kassels Naturkundemuseums-Chef Kai Füldner berichtet über Erkennen und Dokumentieren von Tieren, Pflanzen und Pilze mit Observation.org.

Das mit Grafiken, Karten und Fotos ausgestattete Jahrbuch kann per E-Mail an bestellung@naturschutz-hessen.de, über den Verlag cognitio (shop.cognitio.de) oder im Buchhandel bestellt werden (Preis 18,50 Euro zzgl. Versandkosten). (Bernd Schünemann)

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