Sieben gefährliche Situationen in der Region Kassel

Bundespolizei warnt nach mehreren Zwischenfällen: Tiere gefährden Bahnverkehr

Mehrere Schafe sind in einem Gehege.
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Schafe und andere Tiere können an Bahnstrecken zur Gefahr werden.

Schafe auf den Schienen, Rinder an der Bahnstrecke – in den vergangenen Monaten kam es laut Bundespolizeiinspektion Kassel zu mehreren Zwischenfällen mit Tieren im Gleisbereich.

Hofgeismar - Allein in der Region Kassel kam es in zwei Monaten zu sieben gefährlichen Situationen. Der jüngste Fall im Kreisteil Hofgeismar ereignete sich vergangenen Dienstag in Liebenau. Dort waren sieben Ponys ausgebrochen. Zwei von ihnen gerieten auf die Gleise der Strecke Kassel-Warburg, wurden dort von einem Güterzug erfasst und dabei getötet. Elf Züge hatten deswegen je eine halbe Stunde Verspätung, teilte Klaus Arend, Pressesprecher der Bundespolizei Kassel mit.

Weshalb die Tiere ausgebrochen waren, ermittelt die Polizei derzeit noch. Gegen die Halterin wurde ein Strafverfahren wegen des Verdachts eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet.

Weitreichende Folgen für Bahnverkehr

„Zum Glück gehen nicht alle Zwischenfälle mit einer Todesfolge aus“, sagt Arend. Denn für die Besitzer sei so eine Situation aufreibend und emotional genug. Es sei aber nicht nur Weidevieh, das sich auf die Bahnstrecken verirre, sondern auch Hunde. „Die, die es betrifft, sind oft nicht von ihren Besitzern angeleint und laufen davon, weil sie beispielsweise etwas gewittert haben“, erklärt Arend weiter.

Tiere im Gleisbett – das kann weitreichende Folgen haben. „Der Bahnverkehr wird durch langsam fahrende Züge behindert“, berichtet der Polizeisprecher. Nicht selten komme es zu Umleitungen oder sogar zu Streckensperrungen. Im Mai sorgten Lämmer für eine Vollbremsung einer Regiotram in Hümme. Sie blieben unverletzt, aber sechs Züge hatten insgesamt 278 Minuten Verspätung. Gefährlich wird es für Fahrgäste, wenn der Zugführer wegen der Tiere auf den Schienen eine Schnellbremsung einlegen müssen. „Die Reisenden werden davon oft überrascht und könne sich bei einem Sturz oder durch umherfliegende Gegenstände verletzen“, sagt Arend.

Zivilrechtliche Schadensersatzforderungen als Konsequenz

Neben verletzten Personen können zudem materielle Schäden die Folge eines Zusammenstoßes von Bahn und Tier sein. Für die Verantwortlichen, beispielsweise die Tierhalter, ziehe das Konsequenzen mit sich. „Sie müssen sich auf zivilrechtliche Schadensersatzforderungen einstellen. Diese können bis zu 30 Jahre eingefordert werden“, verdeutlicht Polizeisprecher Arend die prekäre Situation.

Halter müssen auf Tiere achten

Die Bundespolizeiinspektion Kassel hält Halter von Weidevieh im Bereich von Bahnanlagen dazu an, für eine stabile Umzäunung zu sorgen. Zudem sollte sie abschließbar sein und mit Strom gesichert werden. Eine Überprüfung der Funktionalität sollte regelmäßig stattfinden. Außerdem soll den Tieren ausreichend Futter und Wasser zur Verfügung stehen. Wer freilaufende Tiere im Bereich von Bahnanlagen entdeckt, sollte diese bei der Bundespolizei melden, Tel. 05 61/8 16 16.

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