"Notfalls reagieren wir auch mit personellen Konsequenzen“

Busunternehmen Bonte weist harte Kritik des Landrats zurück

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Kinder sollen morgens an Bushaltestellen stehengelassen worden sein: Die Busfirma Bonte steht zurzeit in der Kritik, Schüler aus Immenhausen, Hofgeismar und Trendelburg nur unzuverlässig zu transportieren.

Hofgeismar. Die harte Kritik, die Landrat Uwe Schmidt an der Busfirma Bonte übt, stößt beim Unternehmen auf Unverständnis.

In einer schriftlichen Stellungnahme äußerte sich Geschäftsführer Michael Bonte zu den Vorwürfen.

Das sagt Bonte 

„Die Pressemitteilung des Landrats zeichnet ein katastrophales Bild.“ Eine sachliche Klärung der Vorfälle und Rücksprachen mit den Betroffenen und Fahrern sei vor der Veröffentlichung nicht möglich gewesen. „Herr Schmidt nennt drei Beschwerden in seinem Brief, wobei sich lediglich zwei davon auf konkrete Vorkommnisse beziehen. Die generell bemängelte Servicequalität auf der Linie zwischen Immenhausen und Holzhausen basiert (...) auf einem einzigen Hinweis, der von Wiederholungen spricht, ohne ein einziges Datum zu nennen. Darauf werden wir gerne nach Auswertung der GPS-Daten reagieren und dies dann direkt mit dem Beschwerdeführer, dem NVV und Herrn Schmidt, klären. Wir haben aber keine Anhaltspunkte, die die bestätigen.“ (...) Wir können versichern, dass wir die Verträge mit dem Landkreis sehr sorgfältig im täglichen Betrieb umsetzen, dass die Fahrzeuge über das geforderte Maß hinaus gewartet werden und dass sie sich nicht in einem desolaten Zustand befinden. Das Vorgehen über die Veröffentlichung von Vorgängen, aus denen wir nur einen bestätigen können, ist nicht der übliche Weg und zeichnet eine Krisen-Situation, für die es keine Anhaltspunkte gibt. Die trotzdem wenigen, konkreten Beschwerden aber auch Hinweise, Sorgen und Anregungen werden sorgfältig geprüft und notfalls reagieren wir auch mit personellen Konsequenzen.“

Das sagt der Landkreis 

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Laut Uwe Koch, beim Landkreis Kassel zuständig für Verkehr und Sport, ist vor allem das Beschwerdemanagement der Firma ein Problem. „Es geht weniger um die Menge der Vorfälle auf der Linie 140, sondern eher um das Warten auf Antworten von Bonte zu Beschwerden.“ Denn bis auf Einzelfälle funktioniere der Busverkehr. „Es dauert oft zwei bis drei Wochen, bis Bonte sich auf Beschwerden zurückmeldet.“

Das sagt der NVV 

„Wir sind mit der Firma Bonte in Kontakt getreten und gehen jetzt davon aus, dass sich die Situation insgesamt verbessert“, sagt Sprecherin Sabine Herms. Trotzdem gehe der NVV weiterhin von Einzelfällen aus, da 99 Prozent der Strecken, die Bonte fährt, ohne Beschwerden verliefen. „Wir wissen, dass es Probleme auf der Linie 140 gegeben hat, auch über das gesamte vergangene Jahr. Man muss aber auch immer sehen, in welcher Qualität die Beschwerden auflaufen.“

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