Chinesen interessieren sich für Öko-Landbau

Deutsche Schwarz-Bunte im Offenstall: Die chinesische Delegation zeigte großes Interesse an der Haltung der hundert Stück Milchvieh in Frankenhausen. Die Delegation wurde von Hofgut-Mitarbeiterin Katharina Mittelstraß geführt. Foto:  Temme

Die weltweit wachsende Nachfrage macht auch für China den Markt für Bio-Produkte interessant. Zudem entlastet die ökologische Landwirtschaft die Umwelt.

Frankenhausen. Nicht nur in Deutschland ist die ökologische Landwirtschaft in der Nahrungsmittelproduktion zu einer festen Größe geworden. Auch in China haben zahlreiche Betriebe bereits von konventionell auf Bio umgestellt. Immerhin wird im Reich der Mitte mit über zwei Millionen Hektar eine doppelt so große Gesamtfläche ökologisch bewirtschaftet als hierzulande. Und das chinesische Interesse an der landwirtschaftlichen Bio-Produktion scheint noch zu wachsen. Das wurde jetzt auch bei dem Besuch einer Delegation aus dem Nordosten des Riesenreichs deutlich. Die elfköpfige Gruppe von Wissenschaftlern, Verwaltungsbeamten, Funktionären und Unternehmern aus dem Kreis Jilin erkundigte sich auf der Domäne Frankenhausen, dem Lehr- und Versuchsbetrieb der Uni Kassel, eingehend nach Erkenntnissen und Erfahrungen, die man hier mit der ökologischen Landwirtschaft macht.

Zuvor hatte sich die Gruppe beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) in Kassel über die einschlägigen Methoden informiert. Dr. Thorsten Haase, vom Öko-Beratungsteam des LLH, hat das große Interesse der Chinesen festgestellt, „sich der Expertise in Europa zu bedienen und das hier erworbene Know How im eigenen Land praktisch umzusetzen.“

Das Besinnen auf die umweltverträgliche Landwirtschaft habe vermutlich mit sich verschärfenden Umweltproblemen in China zu tun. Darüber aber, ob und in welchem Maße dort Wasser und Boden mit Pestiziden, Nitraten und Phosphaten belastet seien, erfahre man von den Gästen allerdings nichts, sagt Haase.

Fest steht indes, dass die chinesische Landwirtschaftspolitik verstärkt auf Öko-Landbau setzt. „Das ist verordnet“, sagt Katharina Mittelstraß, die die Gäste über den Domänenhof und auch in den offenen Kuhstall führte.

Das Interesse der Chinesen, den Kontakt mit deutschen Unternehmen zu intensivieren, unterstrich Xu Wang, der in Vellmar ein Beratungs-Büro betreibt und an einem Netzwerk Hessen-China strickt. „Das wäre zum Nutzen beider Seiten“, sagt Wang.

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