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Cool bleiben, wenn’s brenzlig wird: Kreisfeuerwehrverband veranstaltete Zirkeltraining

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Von: Hanna Maiterth

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Szenario 1: Auf dem alten Flugplatz in Calden ist ein Kleinflugzeug nach einer Notlandung mit einem Auto kollidiert.
Szenario 1: Auf dem alten Flugplatz in Calden ist ein Kleinflugzeug nach einer Notlandung mit einem Auto kollidiert. © Maiterth, Hanna

Damit Notfallhelfer Routine in nicht alltäglichen Notfällen bekommen, fand im Kreisteil Hofgeismar am Wochenende ein Zirkeltraining statt.

Kreisteil Hofgeismar – Ein Kleinflugzeug ist bei einer missglückten Landung mit einem Auto zusammengestoßen. In dem Auffanggitter eines Wasserrückhaltebeckens liegt eine bewusstlose Person. In einem Steinbruch ist ein Mitarbeiter abgerutscht. Beim Verladen hat ein Fass mit hoch konzentrierter Lauge Leck geschlagen. In dem Luftschacht einer Abluftanlage hat sich ein Mitarbeiter verletzt.

Diese fünf Szenarien sind für Feuerwehren und Rettungsdienste nicht alltäglich. Passieren können sie aber trotzdem. Damit die Helfer Routine bekommen, um auch in brenzligen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren, fand im Kreisteil Hofgeismar am Wochenende ein Zirkeltraining statt.

Fünf Stationen für die Helfer: Szenarien werden geübt

Organisiert hatte dies der Kreisfeuerwehrverband Hofgeismar. Vor gut zehn Jahren fand eine solche Übung schon einmal unter Beteiligung der Feuerwehren im Kreisteil statt, wie Kreisbrandmeister Jürgen Pistorius am Samstag berichtete.

Während die fünf Stationen von Mitgliedern der Wehren aus Calden, Immenhausen, Hofgeismar und Grebenstein sowie Sanitätern und Notärzten aus Nordhessen betreut wurden, durchliefen die Feuerwehrmitglieder aus Liebenau, Bad Karlshafen und Reinhardshagen mit fünf Rettungsdienstteams vom Arbeiter-Samariter Bund (ASB), vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) die Szenarien.

Szenario 2: Ein Mitarbeiter hat sich in einem Lüftungsschacht verletzt (links) und muss nun versorgt werden. Szenario 3: Hinter dem Absperrgitter des Rückhaltebeckens in Hombressen liegt ein bewusstloser Arbeiter.
Szenario 2: Ein Mitarbeiter hat sich in einem Lüftungsschacht verletzt (links) und muss nun versorgt werden. Szenario 3: Hinter dem Absperrgitter des Rückhaltebeckens in Hombressen liegt ein bewusstloser Arbeiter. © Hanna Maiterth

Die Zusammensetzung von Wehr und RTW-Besatzung wechselte dabei in jeder Runde. Die Feuerwehren aus Wesertal und Trendelburg hatten kurzfristig abgesagt, sodass an zwei Stationen Rettungsdienst und Notarzt ohne Feuerwehrunterstützung üben mussten. Wie besonders das Zirkeltraining für die Rettungskräfte war, hob Peter Stahl, Kreisfeuerwehrarzt hervor. „Sonst besuchen Mitarbeiter des Rettungsdienstes und Notärzte Fortbildungen mit thematischen Schwerpunkten. Hier ist alles gefragt.“ Entsprechend konnten sie sich das auch anrechnen lassen.

Notfälle vorher nicht bekannt

Die Szenarien waren den Beteiligten vorher nicht bekannt. Mimen sorgten zudem für einen realistischen Ablauf. Das erklärte Ziel war: Für die Beteiligten sollte es keine theoretische Übung sein. Sich einen Überblick am Unfallort verschaffen, die beiden Rettungsteams koordinieren und möglicherweise entscheiden, welches Menschenleben zuerst gerettet werden soll, waren dabei Teil der Entscheidungen, die unter Zeitdruck und angesichts der Katastrophen gefällt werden mussten.

Szenario 2: Ein Mitarbeiter hat sich in einem Lüftungsschacht verletzt (links) und muss nun versorgt werden. Szenario 3: Hinter dem Absperrgitter des Rückhaltebeckens in Hombressen liegt ein bewusstloser Arbeiter.
Szenario 2: Ein Mitarbeiter hat sich in einem Lüftungsschacht verletzt (links) und muss nun versorgt werden. Szenario 3: Hinter dem Absperrgitter des Rückhaltebeckens in Hombressen liegt ein bewusstloser Arbeiter. © Hanna Maiterth

Gar nicht so leicht, wenn wie auf dem alten Flugplatz in Calden gleich vier Personen verletzt waren und nach Hilfe riefen. Beim verletzten Mitarbeiter im Lüftungsschacht der Firma Mewa in Immenhausen war die Schwierigkeit hingegen, ihn aus der beengten Situation herauszubekommen.

Auf dem Gelände der Firma Donig ging es darum, den Gefahrenstoff zu erkennen und unter der Prämisse des Eigenschutzes die Spezialkräfte zu informieren. Nach den Einsätzen gab es dann auch direkt ein Feedback für die Teilnehmer. Dass dabei die Übung im Vordergrund stand, hatte Pistorius schon am Samstagmorgen betont. „Es gibt kein Falsch“, sagte er zu den Teams, die sich im Feuerwehrhaus in Calden versammelt hatten.

Nächstes Jahr soll wieder ein Zirkeltraining stattfinden

Bei den Durchläufen merkten nicht nur die Beteiligten, was gut funktionierte und was nicht, auch die Beobachter konnten routinierte Wehrmitglieder, Rettungssanitäter und Notärzte ausmachen und ob in der Vergangenheit schon zusammengearbeitet worden war. Im kommenden Jahr soll das Zirkeltraining erneut stattfinden. Dann werden die Positionen von Beobachtern und Teilnehmern aber getauscht, verspricht Pistorius. (Hanna Maiterth)

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