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Corona: Im Kreis Kassel endet heute in vielen Bereichen die Maskenpflicht

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Von: Nela Müller, Alia Diana Shuhaiber

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Ende Maskenpflicht: Mit dem heutigen Samstag enden einige Regelungen in Hessen. Das Tragen eines Mund-Nasenschutzes fällt in vielen Bereichen weg.
Ende Maskenpflicht: Mit dem heutigen Samstag enden einige Regelungen in Hessen. Das Tragen eines Mund-Nasenschutzes fällt in vielen Bereichen weg. © Stefan Sauer/dpa

Heute fällt in Hessen die Maskenpflicht in vielen Bereichen weg. Das ruft sowohl Befürworter als auch Kritiker auf den Plan.

Kreis Kassel - Wir haben uns im Landkreis Kassel umgehört, wie man mit den neuen Vorgaben umgehen wird.

Läden und Lokale

Ohne Maske einkaufen oder ein Restaurant besuchen, das ist ab heute möglich. Im Immenhäuser Frische-Markt dürfen laut einer Mitarbeiterin die Kunden nun selber entscheiden, ob sie weiterhin einen Mund-Nasenschutz tragen wollen. „Wenn die Pflicht aufgehoben wird, dann ziehen wir auch mit“, heißt es. Was für die Kunden gelte, gelte auch für die Mitarbeiter. Diese müssten auch für sich persönlich abwägen, ob sie ab heute ohne Maske arbeiten wollen.

Neben der Maskenpflicht fallen ab heute auch in vielen Bereichen die 2G- und 3G-Regelungen weg. Zum Beispiel in der Gastronomie und im Hotelgewerbe. „Die Aufhebungen sind längst überfällig“, sagt Jörg Waßmuth, der in Wolfhagen das Hotel und Restaurant zum Schiffchen betreibt. Laut Inhaber ist die Maskenpflicht der größte Umsatzkiller gewesen. Seinem Personal würde die Wahl lassen, ob sie während der Arbeit den Mund-Nasenschutz tragen oder nicht. „Keiner möchte es mehr“, sagt Waßmuth, der in seinem Restaurant Luftfilter hat, die beim Schutz vor dem Virus helfen sollen und fügt hinzu: „Ich finde es gut, dass die Bürger jetzt die Eigenverantwortung haben.“

Kirche

Die Gemeinden im evangelischen Kirchenkreis Hofgeismar-Wolfhagen haben in der nun mehr als zwei Jahre andauernden Pandemie eigenverantwortliche Schutzkonzepte erlassen. „Die Empfehlung des Landes Hessen zum Maskentragen in Innenräumen halten wir daher weiter aufrecht“, sagt Prälat Burkhard zur Nieden. Laut Pfarrer Sven Wollert empfiehlt zur Nieden den Gemeinden vorerst weiter „pandemiegerechtes Verhalten, Gemeindegesang mit Maske und gegebenenfalls die 3G-Regel für besondere Gottesdienste. Im Freien kann die Maskenpflicht entfallen. Wie die Andachten letztendlich abgehalten werden, liege bei den Kirchenvorständen.

Auch das Bistum Fulda hat Empfehlungen zur weiteren Corona-Prävention ausgesprochen. So sollte beispielsweise beim Singen während der Gottesdienste eine Maske getragen werden, ebenso, wenn bei Prozessionen im Gehen der Mindestabstand nicht gewahrt werden könne.

Volkshochschule

Maske ja oder nein? Etwas komplizierter ist die Entscheidung für die Volkshochschule Region Kassel, die einen Großteil ihrer Kurse an rund 200 Orten in Stadt und Kreis nun wieder in Präsenz stattfinden lässt. „Wir nutzen ja kommunale Räumlichkeiten und sind damit an die Vorgaben der jeweiligen Kommune gebunden“, sagt Sven Hebestreit, kommissarischer Leiter. Mit denen befinde man sich in Absprache. Kurse würden zunächst nicht voll ausgelastet, sondern mit etwa 75 Prozent der regulären Teilnehmerzahl belegt und auch Abstand solle weiterhin eingehalten werden.

Städte und Gemeinden

Die 28 Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel haben sich zum Umgang mit dem Wegfall der Maskenpflicht bereits ausgetauscht. „Es ist nicht ganz einfach und hängt auch von der Größe der Rathäuser ab“, sagt Söhrewalds Bürgermeister Michael Steisel, der auch Sprecher der Bürgermeisterkreisversammlung ist.

Gerade in kleineren Häusern müsse die Funktionsfähigkeit aufrecht erhalten werden. Deshalb bitte man die Bürger, weiterhin eine Maske zu tragen. Das Hausrecht werde man zunächst nicht anwenden, sondern auf die Eigenverantwortung und ein respektvolles Miteinander setzen. Die Rathäuser seien zwar stets geöffnet, aber eine vorherige Terminvereinbarung könne die Infektionsgefahr reduzieren. Eine einheitliche Regelung sieht Steisel aber nicht. „Es könnte ein Flickenteppich werden.“

Auch in den öffentlichen Sitzungen der politischen Gremien wird es wohl beim Appell bleiben, so Steisel. Beim Umgang mit den Alters- und Ehejubilaren gebe es ebenfalls Unterschiede. „Eigentlich wollten wir ab dem 1. April wieder Hausbesuche machen, so war es im vergangenen Herbst besprochen“, sagt Steisel. Beim Blick auf die Zahlen würden einige Bürgermeister zunächst noch darauf verzichten.

Landkreis

Die Lockerungen betreffen auch die Einrichtungen des Landkreises Kassel. Dort entfallen die Corona-Kontrollen und auch die Maskenpflicht, teilt Landrat Andreas Siebert mit. Weil die Inzidenzen aber weiterhin hoch sind, appelliert Siebert an die Eigenverantwortung. „Wir haben den dringenden Wunsch, dass Besucher und Mitarbeiter auch weiterhin eine Maske tragen“, sagt der Landrat. Das diene auch dem Schutz der kritischen Infrastruktur.

In den Kreiskliniken in Wolfhagen und Hofgeismar bleibt die 3G-Regel indes bestehen, ebenso in den Gemeinschaftsunterkünften des Kreises. (Nela Müller und Alia Shuhaiber)

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